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Düsseldorfer Sternekoch Bastian Falkenroth startet auf Sylt durch

Gastronomie : Düsseldorfer Sternekoch Bastian Falkenroth startet auf Sylt durch

Der Düsseldorfer Sternekoch Bastian Falkenroth startet mit besonderem Konzept und drei Geschäften auf der Ferieninsel Sylt durch.

Er wirkt gutgelaunt und entspannt, obwohl er seit Ende des Shutdowns auf Sylt Anfang Juni keinen einzigen freien Tag mehr hatte: Der Düsseldorfer Sternekoch Bastian Falkenroth kocht jetzt auf Sylt und führt neben zwei Lokalen bald auch einen Weinshop. Vor zwei Jahren hatte er seine Gourmet-Lokale U.Das Restaurant und Nenio in der Landeshauptstadt geschlossen, um auf der Ferieninsel Sylt neu zu starten. Die WZ sprach mit dem 36-Jährigen in seiner neuen Wahlheimat.

Wer unter 400 Mitbewerbern in der Gastro-Szene auf der Schickimicki-Insel bestehen will, muss sich schon etwas einfallen lassen, und Falkenroth hat sich mit einem besonderen Konzept auf das kulinarische Parkett gewagt: In seinem Lokal in der Westerländer Fußgängerzone mit dem Namen Goldgelb soll der Gast essen, was ihm Spaß macht, zwölf Stunden am Tag ab zehn Uhr morgens und unabhängig von der Tageszeit. Zum Frühstück ein Steak und am Abend dann Müsli, mit seiner Idee will der junge Koch Urlauber wie Sylter überzeugen. Am Wochenende eröffnet Falkenroth zudem in den Dünen ein weiteres Lokal, das das Zeug hat, sich auf Sylt zu etablieren. In unbeschwerter Strandatmosphäre bietet er im Marinara neapolitanische Pizza und ausgewählte Weine. Und am 15. August kommt noch ein Weinshop und Feinkostladen gleich neben dem Goldgelb hinzu.

Dass er für seine neuen Projekte Düsseldorf den Rücken gekehrt hat, hat Falkenroth nicht bereut: „Nach sieben Jahren war es Zeit für etwas Neues“, erzählt er. Der gebürtige Aachener hatte 1999 beim Sternekoch Holger Berens (Berens am Kai) im Hafen seine Kochkarriere begonnen und auch danach bei vielen großen deutschen Sterneköchen gearbeitet, zusätzlich zu Stationen in Los Angeles, London, Hamburg und Köln, bevor er sich 2012 selbstständig machte. „Ich wollte von Beginn an immer in der gehobenen Gastronomie tätig sein.“

Der Stramme Max mit Bio-Eiern wird für zwölf Euro serviert

Auf der Promi-Insel Sylt findet er offenbar genügend Gäste, die Spaß an gutem Essen haben und auch bereit sind, dafür zu zahlen: Der Stramme Max mit Bio-Eiern kostet zwölf Euro, die Kokos-Bowl wird für zehn Euro serviert, für das Tatar vom Husumer Rind werden 14 Euro fällig, für Nordsee-Kabeljau mit Kartoffel-Stampf 28 Euro. „Ich arbeite mit besten Zutaten und einer sauberen Kalkulation“, sagt er. Tierschutz und Nachhaltigkeit seien ihm sehr wichtig.

„Die nächsten zehn Jahre werden wir definitiv hier auf der Insel bleiben“, erzählt der Neu-Sylter und fügt hinzu: „Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl hier, und ich wollte einmal weg aus der Großstadt und ans Meer.“ Schon seit Jahren fuhr Falkenroth mit Frau und seinen beiden Kindern sommers wie winters nach Sylt. Nachdem er 2018 für das Gourmetfestival Sylt eine Woche als Gastkoch am Herd gestanden hatte, entschied er sich rasch für die Insel. Im Januar 2019 übernahm er das Lokal im ruhigen Teil der Fußgängerzone, baute es vier Monate um und eröffnete Ostern 2019. „Es lief gut an, aber das erste Jahr mit einem neuen Restaurant ist immer schwierig. Die Leute sind zum Glück neugierig und eine gute Rutsche NRW-Gäste sorgte ebenfalls für Auslastung.“ Dann grätschte im März die Corona-Pandemie dazwischen und bremste auch Falkenroth: „Wir konnten unser Einjähriges nicht feiern“, sagt er. Um nicht ganz untätig sein zu müssen während der Schließung, bot er dreimal pro Woche für die Sylter ein Außer-Haus-Frühstück an, das vorbestellt und abgeholt werden konnte.

Bis November wird er wohl noch weiter ohne Pause durcharbeiten

Der kreative Könner will Essen anbieten, das den Gästen und auch seinem Team Spaß macht: „Das war immer meine Philosophie: einfach lecker kochen.“ Auf einen Michelin-Stern arbeitet er nicht hin. „Ich möchte Gäste in Urlaubsstimmung verwöhnen. Hier ist es im Sommer ja von sechs Uhr morgens bis Mitternacht hell, meine Gäste sollen sich an keine Zeiten halten müssen.“ Bis November wird er wohl noch weiter ohne Pause durcharbeiten: „Aber dann werden wir mal für zwei Wochen schließen.“ Danach geht es weiter – auch mit neuen Projekten, die allerdings erst 2022 realisiert werden sollen.