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Düsseldorfer Schüler treten beim NRW-Wettbewerb „Digiyou“ an

Wettbewerb : Düsseldorfer Schüler treten beim NRW-Wettbewerb „Digiyou“ an

Die Düsseldorfer hatten es bereits in die Endrunde geschafft. Jedoch war die Konkurrenz sehr stark.

Alina Liegmann und ihre Klassenkameraden haben jede Menge Ideen. Wie zum Beispiel Schüler, die krank sind, von zu Hause am Unterricht teilnehmen könnten. Oder wie man die Schlange am Schulbüdchen in ihrer Schule kürzer halten könnte – einfach per App vorbestellen. Und auch, wie man viel Papier einsparen kann. Wie? In dem man mehr Digitales in der Schule zulässt. Mit ihren Ideen haben sie an der Endrunde des Wettbewerbs „Digiyou – Digitalisiere deine Zukunft“ teilgenommen, genau wie 14 andere Schulen aus NRW.

Den Wettbewerb gibt es in dieser Form seit zwei Jahren. Die NRW.Bank und die Bildungsgenossenschaft haben ihn gemeinsam entwickelt. Mitmachen können alle weiterführenden Schulen – egal ob mit Schülern der Klasse fünf oder dreizehn oder gemischten Gruppen. Erlaubt sind alle Projekte, die mit Digitalisierung zu tun haben. Die letzten 15, die sich für die Endrunde qualifiziert haben, wurden mit 500 Euro bei ihrem Projekt unterstützt und durften gestern auf das Preisgeld – drei Mal 1000 Euro – hoffen. 

Alina Liegmann und ihre Mitschüler gehen in die zehnte Klasse der Georg-Schulthoff-Realschule in Düsseldorf. Ihr Projekt ist im Kunstunterricht entstanden. Denn all die Ideen haben sie in neun kurzen Videos visualisiert. Für die Vorschläge brauchen sie so keine großen Worte, sondern nur ein paar Minuten buntes Video aus Papierschnipseln. Und mit einer ihrer Ideen hatten sie an ihrer Schule schon Erfolg. „Unser Vertretungsplan war früher nur ein Zettel am schwarzen Brett. Jetzt haben wir einen Digitalen – einen Fernseher, auf dem alles aktuell angezeigt wird“, sagt Charlotte Fischer, die auch beim Projekt der Realschule mitgemacht hat. Außerdem werden den Schülern die Infos auch auf einer App auf ihrem Smartphone angezeigt – beides ein Vorstoß der Digiyou-Projektteilnehmer. 

Doch auch die anderen Schulen haben sich so einiges ausgedacht. Das Neusser Gymnasium Norf etwa hat für ihre „Digitalen Mathehappen“ kurze Erklärvideos gedreht – für all den Stoff, den man aus den früheren Schuljahren schon wieder vergessen hat, der aber Grundlage ist und wieder gebraucht wird. Der „Leo Mirror“ des St. Leonhard Gymnasiums in Aachen soll Schüler per Kamera am Gesicht erkennen und ihnen dann alles anzeigen, was an diesem Tag für sie wichtig wird – Klausurtermine, Stundenausfälle. Das Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen hat ein digitales Gewächshaus gebaut. Ein Sensor bemerkt, ob die Erde zu trocken oder zu nass ist und veranlasst oder stoppt das Gießen. 

Visionär wird es beim Leibnitz-Gymnasium aus Dormagen – die Schüler haben eine Technik entwickelt, bei der sich per Quanten, also Lichtsignalen, Nachrichten verschlüsselt übertragen lassen. Das sei viel schwerer knackbar, als bisherige Methoden, die auf Mathematik basieren. Senden wir vielleicht in Zukunft alle so unsere privaten Botschaften?

Der Sandkasten, den das Theodor-Heuss-Gymnasium aus Waltrop mitgebracht hat, lässt eine Landkarte ganz anders erleben. Ein Beamer projiziert die Höhenlagen auf Sand. Je nachdem, wie die Schüler den Sand verstreichen oder auftürmen, passt sich auch die angezeigte Karte an. 

Auch Roboter, die tanzen, eine Wetterstation mit digitalen Umweltdaten oder jede Menge Möglichkeiten, wie Schüler sich gegenseitig beim Lernen helfen können, haben die Teilnehmer mit in die NRW.Bank gebracht. Das Rennen haben am Ende die beiden Aachener Schulen und das Gymnasium aus Dormagen gemacht. 

Doch geknickt sind die Düsseldorfer Schüler nicht. „Wir sind schon sehr stolz, dass wir bis hierher gekommen sind“, sagt Lehrerin Janine Schuchmann, die die Schüler betreut hat. Und außerdem seien die anderen Projekte eine gute Inspiration für die eigene Schule gewesen.