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Düsseldorfer Musiker geben Konzerte im Hinterhof und im Netz

Konzerte daheim : Düsseldorfer Musiker geben Konzerte für den Hinterhof und das digitale Publikum

Sänger Enkelson musiziert vom Balkon aus und über Facebook für die Fans. Volker Rosin lädt Kinder an diesem Mittwoch zum Online-Konzert ein.

Die Vögel zwitschern und der Himmel leuchtet blau über den Dächern von Pempelfort, als Musiker Enkelson auf seinem Balkon in die Tasten greift und sein Liebeslied über die Heimatstadt Düsseldorf anstimmt. Am Schluss: frenetischer Applaus aus dem ganzen Hinterhof von einem unsichtbaren, aber begeisterten Publikum.

In Zeiten des Abstandsgebots zur Virus-Prävention lassen sich viele Menschen in der Stadt Kreatives einfallen, um nicht in der Selbstisolation zu versauern. Auch die Künstler, die sonst notwendigerweise auf einen Saal voll Menschen angewiesen sind. So fragte sich Enkelson, wie er weiter Musik an die Leute bringen kann, wenn er sich von Leuten fernhalten soll – und will, denn er will Vorbild sein. „Ich habe mich dann für meinen Balkon entschieden.“ Und ließ eine Handykamera mitlaufen. „Ich hatte keine Ahnung, was ich da lostrete“, sagt der 33-Jährige. „Die Resonsanz war einfach mega.“

Das erste Balkonkonzert für den Hinterhof sei inzwischen auf seinen Kanälen in den sozialen Netzwerken mehr als 270 000 Mal angesehen und Tausende Male geteilt worden. Jetzt soll daraus eine regelmäßige Reihe werden, die den Düsseldorfern in Quarantänezeiten das Zuhausebleiben versüßt – live für seine Nachbarn, digital für den Rest der Welt. Und: Fans haben auf Facebook initiiert, dass täglich um 19 Uhr Enkelsons Düsseldorf-Song überall in der Stadt aufgedreht wird – als Zeichen der Gemeinschaftlichkeit. „Das ehrt mich natürlich sehr“, sagt der junge Sänger.

Der Sänger Volker Rosin beim Flughafenfest. Jetzt bespielt er die Wohnzimmer. Foto: Melanie Zanin

Kinderliedermacher Rosin lädt zur ersten Online-Kinderdisko

Auch Kinderliedermacher Volker Rosin macht im Moment gezwungenermaßen Heimaturlaub. „Aber schwierige Zeiten erfordern kreative Lösungen“, sagt der Düsseldorfer, „wenn die Kinder nicht zu mir kommen können, dann komme ich eben zu ihnen.“ An diesem Mittwoch um 16 Uhr veranstaltet Rosin seine erste Online-Kinderdisko auf Youtube.

Das macht er nicht einfach von zu Hause aus, sondern aus einem Fotostudio in Brüggen, damit das Ganze auch einen professionellen Rahmen hat: „Wir sind da zu dritt, halten aber natürlich den erforderlichen Abstand. Ich spiele auch nicht einfach nur zwei oder drei Songs, sondern ein richtiges Konzert über 60 Minuten.“  Und Rosin ist sicher, dass seine Zielgruppe auch vor dem Bildschirm zu „Hoppelhase Hans“ oder „Mama Laudaaa“ hüpfen und tanzen wird. Rosin denkt dabei aber nicht nur an die Kinder: „Vielleicht bringt das Konzert ja auch ein bisschen Entspannung für die Eltern.“ Zum Link auf Youtube geht es über die Facebookseite des Kinderliedermachers.

Bekannt für seine schrägen Ideen ist auch der Düsseldorfer DJ Theo Fitsos. Der ließ bereits am Sonntagabend um 19 Uhr in seinem Wohnzimmer den Plattenteller zu „Theo TV“ rotieren, stilvoll mit Lichtanlage und Nebelmaschine. Zwischendurch verschwand der „Duracell-Grieche“, wie er von vielen Kumpels genannt wird, auch mal vom Pult, weil er seinem Gast-DJ Wallu die Wohnungstür aufmachen musste. Und es gab für seine Fans ungeahnte Einblicke in Theos Privatleben. Zum Beispiel verriet er, zu welcher Musik er das erste Mal Sex hatte – um dann „Dreadlock Holiday“ anzuspielen. Weitere Geheimnisse aus seinem Seelenleben will der DJ ab sofort einmal die Woche über sein „Theo TV“ auf Facebook preisgeben.