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Düsseldorfer Lebensretter im Einsatz am heißesten Tag des Jahres

Sommer : Düsseldorfer Lebensretter im Einsatz am heißesten Tag des Jahres

Die Einsatzkräfte mussten sich am Samstag unter anderem um Schwimmer im Rhein kümmern.

Bis zum Nachmittag bleibt es am vorerst heißesten Tag des Jahres ruhig für Julian Meichsner und seine Kollegin Sabrina Hartmann von der Düsseldorfer Abteilung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Dann, gegen 16.40 Uhr, werden sie über ihre Pager durch die Feuerwehr alarmiert: „Person im Rhein“. Das kann alles bedeuten, von einem leichtsinnigen Schwimmer, der sich zu weit vom Ufer entfernt hat, bis zur hilflosen oder vermissten Person, die von der Strömung des Flusses mitgerissen wurde. Als die beiden zu ihrer Routine-Tour entlang des Uferstreifens von Lörick Richtung Heerdter Krankenhaus und zurück aufgebrochen waren, hatte Sabrina Hartmann noch vorausgesagt: „Erfahrungsgemäß kommt es bei so hohen Temperaturen vor allem nachmittags zu Einsätzen“.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen behält die 23-Jährige die Besucher der Rheinufer im Blick. Die beiden wissen, immer wieder wird die gefährliche Strömung des Flusses unterschätzt. Beim Zwischenstopp an der Kniebrücke zeigt Julian Meichsner auf den gegenüberliegenden Paradiesstrand. Ein Hot-Spot für Familien und junge Leute an heißen Tagen wie diesem. Aber auch für die Rettungskräfte von Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und DLRG. „Dort und am Strand in Lörick haben wir die meisten Einsätze“, sagt Julian Meichsner.

Das Thermometer klettert im Laufe des Nachmittags auf 37 Grad Celsius. Wer kann, zieht sich in den Schatten unter den Brücken oder den wenigen Bäumen zurück. Manche haben Sonnenschirme dabei. Erstaunlich viele setzen sich aber der Hitze ungeschützt aus. Doch bis auf einige wenige, die sich die Füße im rund 21 Grad warmen Wasser zu kühlen versuchen, schwimmt bislang niemand im Fluss, der doch so verlockend vor ihnen dahinfließt.

In der DLRG engagieren sich ausschließlich Ehrenamtler. Im Bezirk Düsseldorf sind es allein 50. An den Wochenenden und an Feiertagen sind sie mindestens mit fünfköpfigem Team in Bereitschaft. Dabei decken sie das gesamte Stadtgebiet ab. Nur der Unterbacher See fällt in die Zuständigkeit der DLRG Erkrath. „Aber auch dort können wir hinzugezogen werden, wenn zusätzliche Kräfte gebraucht werden“, erklärt Julian Meichsner. Hatte der 33-Jährige 2019 insgesamt 50 Rettungseinsätze, waren es bis August dieses Jahres bereits 40. Er führt dies auch auf die Auswirkungen des eingeschränkten Betriebs der städtischen Bäder und die hohen Temperaturen zurück. In der DLRG-Leitstelle am Löricker Yachthafen sind weitere Kollegen in Bereitschaft an diesem Samstag, die jederzeit mit einem der beiden Rettungsbote ausrücken können.

Auf der zweiten Routinefahrt piepen die Pager von Julian Meichsner und Sabrina Hartmann. Der Code zeigt an: „Person im Rhein“. Der 33-Jährige schaltet das Blaulicht ein. Der allradbetriebene Wagen rumpelt über die Rheinwiese und dann den Damm hoch. Während der Fahrt über die Kniebrücke, durch Bilk Richtung Himmelgeist, dem aktuellen Einsatzort, verfolgen die beiden den Funkverkehr. Die Leitstelle der Feuerwehr koordiniert die Kräfte, zu denen auch der Rettungshubschrauber „Christoph 3“ gehört. „Bei solchen Einsätzen wird immer auch ein Heli angefordert. Denn von der Luft aus hat man einfach den besseren Überblick“, erklärt Meichsner, während die Kollegin die schnellste Route zum Einsatzort aus einem Kartenbuch heraussucht und gleichzeitig mit ihm den Verkehr im Blick hält. „Man weiß nie, wie die anderen Verkehrsteilnehmer reagieren, wenn wir mit Blaulicht fahren“, sagt Meichsner. Kurz vor Himmelgeist kommt gegen 16.50 Uhr die Durchsage: „Einsatzabbruch. Die Person konnte aus dem Rhein gerettet werden.“

„Das ist eine gute Nachricht“, sagt Julian Meichsner. Seine Schicht mit Kollegin Sabrina Hartmann wird noch bis 19 Uhr gehen. „Aber wir werden sicher heute länger machen, denn es ist anzunehmen, dass es später doch noch Menschen gibt, die im Rhein schwimmen gehen und sich keine Gedanken über die Gefahren machen“, sagt Sabrina Hartmann.