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Düsseldorfer Konfirmanden gestalten Video-Gottesdienst

Kirche : Konfirmanden gestalten Video-Gottesdienst

In der Golzheimer Tersteegen-Gemeinde fällt die Konfirmation wegen Corona zumindest nicht ganz aus.

Auch wenn die evangelische Tersteegen-Kirche in Golzheim für ihre sonntäglichen Gottesdienste noch nicht wieder öffnen kann, war hier am Sonntagvormittag schon reger Betrieb. Seit nun sieben Wochen wird jeden Sonntag mit einer Woche Vorlauf ein halbstündiger Online-Gottesdienst produziert, der auf Youtube hochgeladen wird. Dieser Gottesdienst war nun ganz den über 20 diesjährigen Konfirmanden gewidmet.

Zwar muss die für den 17. Mai geplante Konfirmation auf den Herbst verschoben werden, dennoch gestalten sie den Gottesdienst mit und bekommen einen Segen für die unsicheren Zeiten, bevor es im Herbst dann den Konfirmationssegen mit hoffentlich großer Feier geben kann. Auf Markierungen mit zwei Metern Abstand sagen die Jugendlichen dafür auf dem Tersteegen-Platz vor der Kirche Satz für Satz nacheinander ihr Glaubensbekenntnis auf. Da natürlich nicht alles beim ersten Mal gelingt, erstreckt sich die Aufnahme des kurzen Gottesdienstes über einige Stunden.

Die Idee eines Online-Gottesdienstes ging von Presbyter Mirko Blüming und vor allem seiner 20-jährigen Tochter und Filmstudentin Laura-Alina aus, die den Dreh plant und das Material schneidet: „Es bringt mir wirklich viel, mein theoretisches Wissen mal für so ein Projekt anwenden zu können. Ich merke auch, wie der Gottesdienst von Woche zu Woche besser wird.“ Während bei der Erstauflage nur der Altar abgefilmt wurde, werden mittlerweile Profimusiker ohne sonstige Aufträge engagiert, die Kinder beim Ostergottesdienst zur interaktiven Eiersuche eingeladen, oder das Ganze in den Nordpark verlegt. Bei dem überraschenden Erfolg von bis zu 800 Aufrufen pro Gottesdienst soll die Youtube-Version auch nach der geplanten Rückkehr des Präsenzgottesdienstes an Pfingsten fortgeführt werden. „Die Situation hat uns gezwungen, neue Wege zu gehen. Jetzt sehen wir, dass wir damit andere Menschen erreichen können als vorher. Warum sollte man das wieder aufgeben?“, fasst Presbyter Blüming zusammen.

Durch den wöchentlichen Online-Konfirmationsunterricht sind die Jugendlichen bei der Planung involviert, wenn sie die Fürbitten schreiben, die sie dann am Sonntag vor der Kamera vortragen. Gerade weil sie dieses Jahr mehr Verantwortung übernehmen, bedeutet der Konfirmationsunterricht ihnen besonders viel. Anstatt nur den Pfarrer im Frontalunterricht reden zu lassen, gibt es in den digitalen Unterrichtsstunden mehr Diskussionen auf Augenhöhe. Die Jugendlichen tauschen sich über ihre Gedanken und Probleme aus, was den Zusammenhalt bei all der Distanz nur verstärkt. „Man weiß die gemeinsame Zeit um so mehr zu schätzen. Das hat unsere Freundschaften auf jeden Fall gefestigt“, sagt die 15-jährige Nia. Wenn sie die Wahl hätte, hätte sie aber trotzdem lieber einen ganz normalen Konfirmationsunterricht in der Kirche gehabt. Gerade die gemeinsame Zeit im „Konfi-Café“, das nach dem Unterricht öffnet, sei eben doch nicht durch Video-Konferenzen zu ersetzen.