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Düsseldorf: Düsseldorfer kickt bei der Fußball-WM für Obdachlose

Düsseldorf : Düsseldorfer kickt bei der Fußball-WM für Obdachlose

Nikolas Möbius war ganz unten und lebte auf der Straße. Jetzt will er sein Leben in den Griff bekommen: Er startet bei der WM in Glasgow.

Düsseldorf. Nikolas Möbius ist vorsichtig optimistisch: „Ich hoffe, dass wir das Achtel- oder vielleicht sogar das Viertelfinale erreichen.“ Ein bisschen nervös ist er schon, denn schließlich ist er der erste Düsseldorfer Spieler, der für die Fußball-WM der Obdachlosen nominiert wurde, die vom 10. bis 16. Juli im schottischen Glasgow über die Bühne geht. Seine Geschichte ist typisch für viele Wohnungslose. Die falschen Freunde, zuviel Cannabis geraucht, Stress mit den Eltern und schon stand er auf der Straße. Seit knapp einem Jahr lebt der 24-Jährige nun im Friedrich-Naumann-Haus in Niederkassel.

Hier nimmt er zweimal in der Woche am Fußballtraining teil, das Norbert Runde vom Sozialdienst leitet. Bei einem Turnier wird schließlich Jiri Pacourek, Trainer der Obdachlosen-Nationalmannschaft, auf den jungen Mann aufmerksam. Ihm fiel nicht nur das fußballerische Talent, sondern auch die Fairness, mit der Nikolas auf dem Platz agiert, auf. „Als der Trainer auf mich zukam und mich gefragt hat, ob ich denn Lust hätte, in der Nationalmannschaft zu spielen, war ich total baff und wollte es erst gar nicht glauben“, sagt Nikolas.

Wichtiger als so ein Turnier ist für ihn, den Weg zurück ins Leben zu finden. Zumindest hat der junge Mann erkannt, wo seine Schwächen liegen. „Ich konnte bisher nicht mit Geld umgehen. Hier habe ich aber gelernt, wie ich mit wenig Geld auskomme.“ Sein Ziel ist es, bald auf eigenen Beinen stehen zu können. Eine abgeschlossene Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau hat er in der Tasche. Die soll es ihm ermöglichen, einen Job zu finden.

Am vergangenen Wochenende fand der erste Vorbereitungslehrgang in Breslau statt, bei dem sich die 14 Teammitglieder erstmals kennen lernten. „Das war schon eine tolle Erfahrung“, sagt Nikolas Möbius. Gespielt wird auf einem Kleinfeld zwei mal sieben Minuten. In der Gruppenphase hat jedes Team mindestens acht Spiele. „Da werden wir uns bestimmt noch durchsetzten, aber den Titel werden dann Brasilien, Peru oder Mexiko unter sich ausmachen.“