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Düsseldorf: Düsseldorfer heißen Flüchtlinge am Bahnhof willkommen

Düsseldorf : Düsseldorfer heißen Flüchtlinge am Bahnhof willkommen

230 Menschen kamen allein am Sonntag an. In den nächsten Tagen werden weitere Flüchtlinge erwartet. Stadt hat Krisenstab eingerichtet.

Düsseldorf. Die Nachricht hatte sich in der Nacht wie ein Lauffeuer verbreitet: Sonntagfrüh erreicht den Düsseldorfer Hauptbahnhof ein Train of Hope. Ein Zug also, der ausschließlich eingesetzt wird, um Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen. Am Ende war es ein ganz normaler Passagierzug aus Wien mit allerdings rund 100 Flüchtlingen aus Ungarn, die sich auf dem Weg nach Dortmund befanden und in Düsseldorf Zwischenstation machten.

Düsseldorfer begrüßen die ankommenden Flüchtlinge.
Düsseldorfer begrüßen die ankommenden Flüchtlinge. Foto: GOETTERT

Mehr als 100 Männer und Frauen hatten sich spontan auf Bahnsteig 20 eingefunden und begrüßten die Flüchtlinge mit Essen, Getränken und Decken. „Refugees welcome“ (Flüchtlinge willkommen) stand auf pinkfarbenen Tüchern geschrieben. Demonstrativ wollten Düsseldorfer ihre Solidarität mit den Menschen kundtun, von denen einige tagelang am Budapester Bahnhof hatten ausharren müssen, nachdem sie bereits unter dramatischen Umständen ihre Heimat verlassen hatten.

Flüchtlingsbeauftragte Koch: Deutlich größere Standorte prüfen

Rund 2000 Flüchtlinge sind am Sonntag aus Ungarn über München nach NRW gereist. Von Dortmund aus werden sie auf die einzelnen Städte des Landes verteilt. 80 Menschen kamen gegen 13 Uhr in der Unterkunft im ehemaligen Finanzamt an der Roßstraße an, noch mal 150 am Abend an der Heidelberger Straße. Dort steht auf dem Schützenplatz eine Zeltanlage, die seit dem Morgen beheizt wurde.

Wie die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch am Sonntag mitteilte, werden in den nächsten Tagen weitere 1200 Flüchtlinge alleine im Regierungsbezirk Düsseldorf ankommen: „Auch Düsseldorf wird seinen Beitrag dazu leisten müssen, weitere Menschen aufzunehmen.“ Noch am Sonntagabend richtete die Stadt einen Krisenstab ein. Er befasst sich mit der Frage, wie und wo die Menschen untergebracht werden können. Miriam Koch sagte der WZ, man müsse auch über deutlich größere Standorte nachdenken als diejenigen, die bislang zur Verfügung stehen.

Zumal, wenn es kälter wird, nützen Zeltanlagen wie die an der Heidelberger Straße wenig, da bei Frost keine akzeptable Raumtemperatur zu erreichen ist. Oberbürgermeister Thomas Geisel appelliert mit Blick auf die Aufnahme weiterer Flüchtlinge: „Lassen Sie mit ihrem Engagement nicht nach!“ Jedoch will die Stadt die Unterstützung künftig kanalisieren. Die Flüchtlinge, so Koch, hätten „anstrengende Tage hinter sich und brauchen deshalb vor allem Ruhe“. Daher bitte man diejenigen, die helfen wollten, die nächsten Tag abzuwarten.