1. NRW
  2. Düsseldorf

Düsseldorfer Gesundheitsamt macht kaum Kontrollbesuche in Pflegeheimen

Hygiene in Corona-Krise : Düsseldorfer Gesundheitsamt macht kaum Kontrollbesuche in Pflegeheimen

Das Gesundheitsamt in Düsseldorf geht offenbar wegen Personalmangels nur äußerst selten in Pflegeheime um dort die Einhaltung der Hygienekonzepte zu kontrollieren.

Die in den letzten Tagen in Düsseldorfer Pflegeheimen aufgetretenen Coronavirusfälle bekommen nun eine neue Dimension: Bei der gerät das Gesundheitsmanagement der Stadt ins Zwielicht.

Während in den letzten Wochen alle Politiker voll des Lobes für den Einsatz des Gesundheitsamtes waren, scheint es strukturell gravierende Kontroll-Defizite zu geben: Stadt und Heime tauschen sich zwar ständig über Hygienekonzepte aus, doch führt das Gesundheitsamt nach Informationen der WZ seit Jahren nur noch ganz wenige anlasslose Hygienekontrollen in Pflegeheimen durch. Nicht mal ein Mal pro Jahr soll jedes Heim angeschaut werden. Kein Wunder, soll es doch nur eine zuständige Sachbearbeiterin im Gesundheitsamt geben.

Die Stadt bezog dazu auf Anfrage am Dienstag noch keine Stellung, hat aber für Mittwoch Antworten angekündigt. Andreas Paul Stieber (CDU) aber, der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, ist alarmiert: „Wenn das so stimmt, ist es brutal“, sagt er. Wirklich überraschen könne das indes nicht, denn das  Gesundheitsdezernat versuche seit Jahren, zu einem modernen Koordinationszentrum für Gesundheitsberufe zu werden. Stieber: „Wenn aber die Standardaufgaben eines Gesundheitsamts  durch das Personal nicht mehr geleistet werden können, ist es allerhöchste Zeit, umzusteuern.“ Ausdrücklich will er das nicht als Kritik an Amtsleiter Klaus Göbels verstanden wissen, stattdessen haben er und andere Politiker den – in die Landesregierung wechselnden – Dezernenten Andreas Meyer-Falcke im Visier.

Dass es in Pflegeheimen immer mal wieder zu Infektionen aufgrund von suboptimalem Hygieneschutz kommt, ist nichts Neues. Im Joachim-Neander-Haus in Benrath zum Beispiel gab es 2019 mehrfach ein Problem mit der ansteckenden Hauterkrankung „Krätze“, wie Diakoniesprecher Christoph Wand bestätigt. „Wir haben das aber stets schnell in den Griff bekommen“, sagt Wand.

Wie berichtet gibt es aktuell 28 mit dem Coronavirus infizierte Heimbewohner im Joachim-Neander-Haus der Diakonie in Benrath. Laut Wand sind sie weiterhin alle symptomfrei. Das Haus steht unter Quarantäne.