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Düsseldorfer erfindet vier Sonnencremes in einer Tube

Düsseldorfer erfindet vier Sonnencremes in einer Tube

Student Alexander Banger (24) tüftelt an einer Tube herum, die einen Lichtschutz von Faktor 5 bis 50 ermöglichen soll.

Düsseldorf. Im Sommerurlaub vor einem Jahr hatte Alexander Banger gleich mehrere Packungen Sonnencreme im Gepäck, jeweils mit unterschiedlichem Lichtschutzfaktor. „Im Gesicht will ich hohen Schutz, an den Beinen brauche ich wenig“, sagt er. Dafür mehrere Tuben mitzuschleppen, hat ihn genervt — so kam der Student auf die Idee, eine Creme zu entwickeln, die einen Lichtschutzfaktor nach Wunsch bietet.

Foto: Sergej Lepke

Zusammen mit Karina Faßbender hat er eine Technik für eine sogenannte „All-In-One Sun Lotion“ erfunden und damit den ersten Platz beim Gründer-Wettbewerb der Uni Düsseldorf gewonnen, Kategorie gemischte Teams. Jetzt hoffen die beiden, dass sie die Tube auch auf den Markt bringen können. Voraussetzung ist ein Gründungsstipendium, um die weitere Tüftelarbeit zu finanzieren.

Banger, in den letzten Zügen seines Masters in Wirtschafts-Chemie, ist für die Entwicklung zuständig, Faßbender, die derzeit im Ausland lebt, für das Marketing. „Das Prinzip ist das einer Mischbatterie“, erklärt der 24-Jährige seine Idee. In einem Rohr befinden sich zwei Kammern, eine ist mit einer pflegenden Creme, die andere mit hoch dosierter Sonneschutzcreme gefüllt. Darüber befindet sich ein Drehmechanismus mit verschieden großen Löchern.

„Dadurch können unterschiedliche Mischungsverhältnisse eingestellt werden — und der Sonnenschutz variiert je nach Bedarf“, sagt er. Derzeit experimentiert der Student mit vier Einstellungen, von Lichtschutzfaktor 5 bis 50. Ein fertiges, für den Alltagsgebrauch geeignetes Modell, existiert noch nicht. Der Student arbeitet momentan mit einem Modell aus einem 3D-Drucker und experimentiert mit eingefärbten Lotionen, um das Mischungsverhältnis zu kontrollieren. „Ich muss beispielsweise noch genau überlegen, wie die Creme so aus der Tube kommen kann, dass die Dosierung garantiert gleich bleibt. Eine Art Pump-Spender wäre möglich.“

Um weiter daran arbeiten zu können, bis zu einem Modell, dass er dann auch Firmen vorstellen möchte, hofft er auf eine Finanzierung. „Der Zeitpunkt ist gut, im Herbst beende ich mein Studium.“ Mit drei anderen Teams des Gründerwettbewerbs konkurriert er derzeit um das Start-up-Stipendium der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität. Im Oktober werden die Preisträger bekannt gegeben, die dann ein Jahr lang dabei unterstützt werden, ihre Ideen auch umzusetzen. Sie erhalten 50 000 Euro.