Düsseldorfer Designer sagen „Der Japan-Tag macht Düsseldorf unheimlich sympathisch“

Interview : „Der Japan-Tag macht Düsseldorf unheimlich sympathisch“

Interview Die Geschäftsführer der Agentur KittoKatsu haben eine Karte für das japanische Viertel gestaltet und verbinden Motive aus Fernost und Rheinland.

Japan bringt Vera und Philippe Henco Glück. Die beiden erinnern sich an eine sehr schöne Zeit, als sie dort gelebt und gearbeitet haben, die beiden entwickeln in ihrer Agentur KittoKatsu (der Name bedeutet „Du wirst gewinnen“) immer wieder besondere Ideen, die durch Japan inspiriert sind. Sie haben eine Karte für das japanische Viertel gestaltet, die es in mehrere Design-Bücher geschafft hat und die Vertreter der Stadt auf ihre Reisen nach Asien mitnehmen. Und die beiden haben Kampagnen entwickelt, in denen sie die einmalige Kombination, die Japan und Düsseldorf hier eingehen, zum Ausdruck bringen. Für das Konzept „Tokyodorf“ hat KittoKatsu einen German-Design-Award gewonnen.

Sie haben in diesen Tagen erneut eine Japan-Kampagne entwickelt. Warum immer wieder Japan?

Vera Henco: Weil es uns immer noch Spaß macht und weil immer wieder etwas Tolles dabei herauskommt. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir noch nie einen Auftrag für diese Kampagnen vorher hatten.

Warum haben Sie das dann überhaupt gemacht?

Philippe Henco: Wir haben in unserem Arbeitsalltag einen Teil für den Playground (Spielplatz) reserviert. Da entwickeln wir mit unserem Team völlig frei Ideen und setzen sie dann so um wie unsere echten Projekte. Die Ergebnisse zeigen wir auf unserer Homepage und kommen so auf andere Art mit möglichen Auftraggebern in Kontakt. Dank der Karte zum japanischen Viertel haben wir zum Beispiel gerade einen Auftrag eines Kölner Unternehmens erhalten, das japanische Produkte herstellt.

Was haben die Japan-Ideen und -Kampagnen gemeinsam?

Vera Henco: Wir versuchen, das richtige Maß für Klischees zu finden. Die Japaner sind sehr stolz auf ihre Tradition, das respektieren wir, zugleich wollen wir sie nicht auf die klassischen Motive beschränken. Deshalb präsentieren wir sie zeitgenössisch, zum Beispiel im Zusammenspiel mit rheinischen Spezialitäten wie Alt oder Flönz.

Philippe Henco: Eine Kampagne muss Klick machen, der Betrachter muss schnell ein Gefühl dafür entwickeln. Wir nehmen daher Motive, die sofort eine Brücke nach Japan schlagen, und schauen zugleich, wie weit wir davon abstrahieren können.

Wie sieht das in Ihrer jüngsten Kampagne aus?

Vera Henco: Wir verwenden typische japanische Motive wie die Sonne, die Welle, den Fuji, die Kirschblüte, allerdings in einer abstrakten grafischen Darstellung, die Raum zur Interpretation lässt und nicht zu sehr in Klischees verfällt. Visuell ist das Design von klassischen japanischen Holzschnitten sowie von zeitgemäßem japanischem Design inspiriert.

Auch diese Kampagne haben Sie frei entwickelt. Wer könnte sie wie einsetzen?

Vera Henco: Man könnte sie als einheitliche Gestaltung für den Japan-Tag nehmen, man könnte ihn wie ein zeitgenössisches Festival behandeln. Er ist ein einmaliges Ereignis in Düsseldorf, das die Stadt unheimlich sympathisch macht. Das kommt in der Gestaltung zum Ausdruck. Wir sind da sehr offen für Interessenten.

Sie kennen Japan sehr gut. Wie sehen Sie das japanische Viertel rund um Immermann- und Klosterstraße?

Philippe Henco: Das ist in Deutschland schon etwas ganz Besonderes. In anderen Städten gibt es mal ein Restaurant oder ein paar Sushi-Läden, aber hier gibt es das ganze Spektrum der japanischen Gastronomie inklusive Kneipen.

Können Sie erklären, warum es vor manchen dieser Restaurants immer Schlangen gibt?

Vera Henco: In Japan sieht man das tatsächlich sehr oft, hier wundert es uns trotzdem, weil die Deutschen ja nicht gerne Schlange stehen. Aber es signalisiert wohl, dass es da etwas Besonderes gibt. Die Schlangen sind auch perfekt organisiert. Die Leuten kriegen schonmal eine Karte und können dann direkt bestellen.

Ihre Karte zum japanischen Viertel hilft bei der Orientierung. Was sollte man darauf noch unbedingt beachten?

Philippe Henco: Wir haben unseren Pudel darauf versteckt, den sollte man suchen.

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