Düsseldorfer Belsenplatz: Offener Brief an Planungsdezernentin

Städtebau : Initiative: Nur Hochbahnsteige für den Belsenplatz genügen nicht

Linksrheinische Bürgerinitiative fordert in einem offenen Brief an Planungsdezernentin Zuschke einen Gestaltungswettbewerb.

Der Belsenplatz ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt im linksrheinischen Düsseldorf. Rund 20 000 Fahrgäste benutzen täglich Bahnen und Busse, um nach Neuss, Krefeld, Lörick, Meerbusch, Heerdt und ins Universitätsgelände zu gelangen. Der Platz selbst ist mit 10 000 Quadratmetern öffentlicher Fläche für Düsseldorfer Verhältnisse groß. Nachdem die Rheinbahn Pläne für einen Hochbahnsteig entwickelt hat, schiebt eine linksrheinische Initiative von Fachleuten und Vereinen ein Bündel von Fragen hinterher. In einem offenen Brief appelliert sie an Planungsdezernenten Cornelia Zuschke, den gesamten Belsenplatz mit all den zu ihm führenden Straßen zu überplanen.

Initiative: Sie besteht aus dem Bund Deutscher Architekten, Ortsgruppe Düsseldorf, dem Verkehrs- und Verschönerungs-Verein, den Keyworkers Oberkassel plus, einer Landschaftsarchitektin und einem Stadt- und Verkehrsplaner.

Denkmalschutz: Die Bürger sehen den Belsenplatz nicht nur unter dem Aspekt des Hochbahnsteigs, sondern auch unter dem des Denkmalschutzes, denn nicht nur die Luegallee ist geschützt, sondern auch zehn Häuser rund um den Platz. Wie lässt sich ein Hochbahnsteig mit der denkmalgeschützten Luegallee vereinbaren?

Entfrachtung: Statt noch mehr Papierkörbe, Infoschilder und Werbetafeln aufzustellen, fordert die Initiative eine „Entfrachtung des Stadtraums“ von überflüssigen Einbauten.

Aufenthaltsqualität: Es gibt auf dem Belsenplatz und in den angrenzenden Straßen auch Fußgänger. Deshalb sollte man über ein stadtteiltypisches Pflaster nachdenken und durch breitere Bürgersteige die Aufenthaltsqualität der Fußgänger verbessern. Die Stadtplaner sollten deshalb keine „Windschutzscheiben-Perspektive“ dulden.

Verkehr: Sternförmig führen die Straßen zum Belsenplatz. Das müsse man bei den Zugängen zu den Hochbahnsteigen berücksichtigen. Außerdem wird ein Radwegekonzept gefordert.

Wettbewerb: Angesichts der vielen offenen Fragen wünscht die Initiative einen Gestaltungswettbewerb, der auch die generelle Gestaltung von Hochbahnsteigen überdenkt. Denn: Müssen Hochbahnsteige überall exakt gleich aussehen? Wenn es nach den linksrheinischen Bewohnern geht, könnten Künstler im Sinne von Kunst am Bau am Wettbewerb beteiligt werden.

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