Düsseldorf: Zwei Künstler malen Paris

Düsseldorf: Zwei Künstler malen Paris

Sigrid Kopfermann und Marko Stupar malten die Seine-Metropole unterschiedlich. Zu sehen in zwei Ausstellungen.

Düsseldorf. Paris - die Metropole, die seit fast zwei Jahrhunderten immer wieder Künstler auch aus anderen Ländern anlockt. So auch die Düsseldorfer Malerin Sigrid Kopfermann (1923-2011), die fasziniert war von der unvergleichbaren Atmosphäre und von dem Licht, das sie in der ihr eigenen Art in Öl auf Leinwand oder Papier bannte. Ebenso angezogen war und ist bis heute Marko Stupar, Jahrgang 1936. In Bosnien geboren, war es auch für ihn der Sehnsuchtsort, wo er seit Mitte der 1960er Jahre die Idylle der Plätze, Gebäude, Kirchen und Gärten festhielt. Die Werke der beiden Künstler werden derzeit im Ballhaus (Marko Stupar) und in der Kopfermann-Stiftung (Sigrid Kopfermann) gezeigt.

Stupar, der bereits 1969 in Düsseldorf ausgestellt hat, arbeitet auch heute noch, mit über 80 Jahren, in seinem Atelier am Place de St. Vincent de Paul, in spätimpressionistischer, gegenständlicher Manier. Idyllen und Motive, wie man sie auch bei Bouquinisten an der Seine finden kann. Von Kopfermann indes sind überwiegend lyrisch abstrakte Werke überliefert. Unterschiedlicher können die Malstile nicht sein, die derzeit an zwei Kunstadressen zu sehen und zu erwerben sind: in einem Bürgerhaus an der San- Remo-Straße 6 in Oberkassel, Sitz auch der Sigrid-Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung. Und im Ballhaus im Nordpark.

Leuchtende Farben überall. In Blöcken, Streifen oder gestisch getupften Feldern. In zauberhaften Rot-Gelb-Blöcken oder Feldern in Grün-Blau-Gelb lässt sie die Farben vibrieren. Selbst auf einem Nachtbild aus den späten 50er Jahren schimmern aus dunklen Feldern kleine Streifen in Orange und Rot und weiße Punkte hellen den dunkelblauen Kosmos auf. Die frühen Arbeiten weisen auf informelle Malerei, in den späten lassen sich hinter strahlenden Farb-Feldern die Silhouetten der Großstadt erahnen. 50 Werke aus den Schaffensphasen von 1965 bis 2005 präsentiert die Stiftung.

(Paris leuchtet: Sigrid Kopfermann fängt die Seine-Metropole abstrakt ein. Foto: Linda Inconi-Jansen.)

Die Künstlerin heiratete in den 60er Jahren den Düsseldorfer Sammler Fuhrmann und lebte seitdem auf der San-Remo-Straße. In den Archiven lagern nahezu 1700 Ölbilder und 2700 Grafiken, die in unregelmäßigen Abständen ausgestellt werden, so Stiftungs-Leiterin Esther Schulhoff. Ihr und dem Experten-Kuratorium ist in Kopfermanns einstigen Wohnräumen nicht nur eine museumsreife Hängung gelungen. Die sonnengelben Kompositionen „Die Seine in Paris“ (1991) und „Häuser abends“ (2005) zeugen von ungebrochener Vitalität und Strahlkraft, die sich die Künstlerin bis ins hohe Alter bewahrte.

Wer es konkreter liebt und gerne in Nostalgie à la Belle Epoque schwelgt, kommt indes bei den 81 Paris-Szenen von Stupar auf seine Kosten. Der Ausstellungshalle im Ballhaus mit Blick auf sommerlich blühende Nordpark-Idylle verleihen seine Gemälde, Gouachen und Pastell-Zeichnungen (vereinzelt auch Frauen-Akte) die Atmosphäre eines Künstler-Ateliers.

Die Genre-Bilder führen auf den Place du Tertre im Montmartre, in den Jardin des Tuileries (den barocken Schlosspark am Louvre), die Rue Mouffetard im fünften Arrondissement (eine der ältesten Straßen in Paris), in alte Cafés, das Traditions-Restaurant Chartier und den Jardin de Luxembourg. Neben Szenen mit spielenden Kindern und entspannten Flaneuren versteht sich Stupar besonders auf impressionistisch angehauchte Stillleben, häufig mit üppig sprießenden Mimosen.

Die Ausstellung „Marko Stupar: Die Farben von Paris“ läuft noch bis 25. Juni im Ballhaus, „Sigrid Kopfermann: Paris“ zeigt die Kopfermann-Stiftung noch bis zum 9. September.