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Düsseldorf: Zurheide in Reisholz schließt für Umbau

Supermarkt wurde vor zwölf Jahren eröffnet : Edeka Zurheide: Umbau für zwei Millionen Euro

Rund zwei Millionen Euro steckt das Familienunternehmen in den Standort. Wiedereröffnung ist am 8. März.

Wer seine Einkäufe im Edeka Zurheide an der Nürnberger Straße tätigt, muss sich ab 6. Februar für vier Wochen einen anderen Supermarkt suchen – das Geschäft wird in dieser Zeit modernisiert. Der Getränkemarkt bleibt geöffnet. Rund zwei Millionen Euro investiert die Geschäftsleitung um Marco und Rüdiger Zurheide in den Standort. Am Freitagabend, 5. Februar, schließen die Türen um 18 Uhr, bevor die Kassen am Montag, 8. März, wieder im Betrieb sind. Vor zwölf Jahren öffnete der Markt mit seiner 6000 Quadratmeter großen Verkaufsfläche an der Stadtteilgrenze zwischen Benrath und Reisholz.

Das Konzept, das nach wie vor vorsieht, den Einkauf für den Kunden auch im Supermarkt zum Erlebnis zu machen, war damals in Düsseldorf einzigartig. Inzwischen haben andere Betreiber nachgezogen. Zurheide selbst hat mit dem Supermarkt Crown mit einer Verkaufsfläche von 10 000 Quadratmetern und dem Gourmet-Restaurant „Setzkasten“, das im vergangenen März mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, an der Berliner Allee im März 2018 nochmal einen draufgelegt. Nach Anlaufschwierigkeiten in den ersten Monaten ist Rüdiger Zurheide inzwischen sehr zufrieden mit dem Kundenzustrom. Selbst an der Nürnberger Straße hat man gemerkt, dass Kunden aus der Innenstadt nun öfter in der City zum Einkaufen bleiben. Doch der Kundenzustrom zum Reisholzer Markt ist nach wie vor ungebrochen. Es kommen mehr Kunden aus dem Umkreis.

Hauptgrund für den Umbau ist nach Angaben von Rüdiger Zurheide, dass das verwendete Kühlmittel in Kühlregalen und Kühltruhen ab 2021 nicht mehr verwendet werden darf. Eine Umrüstung wäre möglich, aber mit dem Risiko, dass dadurch die Kühltechnik kaputtgeht. So haben sich die Geschäftsführer des Familienunternehmens für den Einbau einer neuen Kühltechnik entschieden und verbinden damit die Renovierung des Marktes. Er bekommt einen neuen Fußboden sowie einen neuen Anstrich und wird zudem neu ausgestattet. Durch eine bessere Ausnutzung der Fläche könne das Sortiment sogar erweitert werden, ohne dass dadurch die Gänge enger würden, sagt Rüdiger Zurheide.

Das Kassensystem wurde schon vor Weihnachten erneuert. Dabei sind auch acht Selbstzahlplätze hinzugekommen. Die Zahl der Mitarbeiter sei dadurch nicht reduziert worden, entgegnet Rüdiger Zurheide auf die Kritik einiger Kunden. Das Kassenpersonal sei sogar um eine Stelle aufgestockt worden, da im Selbstzahlbereich immer zwei Mitarbeiter behilflich sein sollen. Mehr in den Fokus rücken soll mit dem Umbau die Bio-Abteilung, die hinter der Obst- und Gemüseabteilung derzeit etwas untergeht. „Wir wollen sie besser präsentieren und auch ausbauen.“ Durch die Pandemie kauften die Kunden derzeit sowohl mehr Bioprodukte als auch regionale Waren. Ob das nur ein kurzfristiger Trend ist oder über die Pandemie hinaus bleibt, das kann auch der Geschäftsführer derzeit nicht einschätzen.

Im Sommer 2020 fällte die Geschäftsleitung den Entschluss zum Umbau und visierte den Februar an in der Hoffnung, dass die meisten Einschränkungen wegen Corona dann aufgehoben sind. Sind sie bekanntermaßen nicht. „Uns wäre es vor allem für unsere Kunden lieber gewesen, wir würden nicht mitten in einer Lockdown-Phase schließen“, sagt Rüdiger Zurheide. Doch die 100 Gewerke, die ihre Arbeit direkt nach dem Ausräumen des Marktes beginnen, stehen parat. Zurheide ist zuversichtlich, dass der Wiedereröffnungstermin gehalten wird. „Alle Handwerksfirmen werden mit Hochdruck arbeiten, natürlich unter Berücksichtigung aller Hygiene- und Sicherheitsstandards.“ Schon vor der Schließung wird den Kunden ins Auge fallen, dass einige Regale leerer sind. „Das liegt daran, dass wir unsere Bestellungen schon heruntergefahren haben.“ Einen Ausverkauf wird es nicht geben.

Änderungen stehen auch für den Gastronomiebereich fest. So wird der neben der Fleischtheke positionierte Grill-Point in das Gourmet-Bistro integriert. Hintergrund dessen ist, dass der Imbiss zur Mittagszeit zwar gut ausgelastet war, aber nicht im Abendbereich.

Weil derzeit völlig unklar ist, wie die Corona-Lage am 8. März aussehen wird, hält sich die Geschäftsleitung mit den Planungen für eine feierliche Wiedereröffnung zurück. Aber vielleicht bietet sich ja später mal eine Gelegenheit zum Feiern.

Das Familienunternehmen ist durchaus daran interessiert, in Düsseldorf einen dritten Markt zu eröffnen, wenn auch keinen so großen mehr wie in der Innenstadt. „Wenn sich ein guter Standort ergibt, können wir uns das gut vorstellen“, sagt Geschäftsleiter Rüdiger Zurheide.