Auszeichnung in Düsseldorf Der erste Liselotte-Funcke-Preis geht an eine engagierte Journalistin

Düsseldorf · Erstmals wurde am Dienstabend im NRW-Forum der Liselotte-Funcke-Preis verliehen. Preisträger waren die Kölner Initiative Rheinflanke und die Journalistin Dunja Hayali. Ausgezeichnet wurden sie für ihr soziales Engagement und dafür, auch bei Widerständen Haltung zu zeigen.

 Journalistin Dunja Hayali

Journalistin Dunja Hayali

Foto: Anne Orthen (orth)

(clhö) „Nach einer Sendungswoche ist mein Kopf voll mit Kriegen und Krisen und der Art, wie wir miteinander umgehen“, begann Dunja Hayali am Dienstagabend im NRW-Forum ihre ebenso persönliche wie mitreißende Dankesrede für den Liselotte-Funcke-Preis, der erstmals verliehen wurde.

In ihrer knapp zwanzigminütigen Ansprache, gab sie zu, „obwohl wir Frauen viel erreicht haben“, waren es „nicht die Frauen, die mich beruflich weitergebracht haben, sondern die Männer“.

Auszeichnung auch für Kölner Institution Rheinflanke

Die 49-Jährige appellierte an die Anwesenden, sich nicht vor Diskursen zu scheuen, „solange es um die Sache geht und nicht persönlich wird“, sich für und nicht gegen etwas einzusetzen, Zivilcourage im Alltag zu zeigen, von ihrem „kostbaren Recht zu wählen“ Gebrauch zu machen und sich wo immer möglich zu engagieren.

Der Preis soll nicht nur das Andenken der 2012 verstorbenen FDP-Politikerin Liselotte Funcke ehren, sondern ihre politischen Ziele, wie die Integration und Gleichberechtigung der Geschlechter fördern. Die Jury war sich schnell einig, dass die erste Verleihung in Düsseldorf an die Kölner Institution Rheinflanke gGmbH und die Journalistin Dunja Hayali gehen soll. Rheinflanke setzt sich seit 2006 für sportbezogene Jugend- und Bildungsarbeit ein, anfangs noch mit drei Honorarkräften, inzwischen mit 150 Mitarbeitenden.  Dunja Hayali überzeugte die Jury durch ihr „mutiges Engagement gegen Rassismus und für die Gleichberechtigung“.

Hayalis Laudatorin Anne Brasseur, Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung für Freiheit, die den Preis initiiert hat, war eigens  aus Luxemburg angereist und zeigte Parallelen Funckes und Hayalis Engagement und Haltung  auf. Funcke hatte Maßstäbe gesetzt, zunächst im Landtag NRW, später als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages in Bonn. Die gebürtige Hagenerin war die erste Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr in  Nordrhein-Westfalen und zehn Jahre lang erste Ausländerbeauftragte der Bundesregierung. Oft war sie die einzige Frau, die sich im Politikbetrieb behaupten musste und konnte. Das erkannten schließlich auch ihre Kritiker an. „Wenn sie ihre Stimme erhob, dann hatte sie auch etwas zu sagen. Sie hatte eine natürliche Autorität“, erinnerte  unlängst Hermann-Otto Solms bei einer Podiumsdiskussion an seine ehemalige Kollegin. Funcke tat zeitlebens das, was heute gern als Empowerment von Frauen und Minderheiten bezeichnet wird. So rief sie 1988 den CIVIS-Medienpreis mit ins Leben, der sich dem Leitgedanken einer kulturellen Vielfalt und der Teilhabe“ verschrieben hat. Diese Aspekte greift nun auch der Liselotte-Funcke-Preis auf.

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