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Düsseldorf: Wie die Linke stärker in den neuen Stadtrat einziehen will

Kommunalwahl in Düsseldorf : „Radikal menschlich“: Die Kampagne der Linken

In Eigenregie hat die Partei um Spitzenkandidaten Udo Bonn und Julia Marmulla ihre Wahlplakat entworfen. Die Forderungen sind in der Tat ziemlich „links“.

Ganz unabhängig von den politischen Inhalten beweist die Linkspartei eines eindrucksvoll: Man kann eine pfiffige, optisch originelle Plakatkampagne auch in Eigenregie hinbekommen, ganz ohne Werbeagentur. Knapp 30 Themenplakate sind da entstanden, jedes in Verbindung mit einem/einer Kandidaten(in) und von ihm/ihr mitgestaltet. Außerdem hat der Kreisverband ein Dutzend Videos produziert.

Mit „Niemanden zurücklassen“ gibt OB-Kandidat Udo Bonn die allgemeine Richtung vor: Radikal menschlich heißt für ihn vor allem radikal sozial. So fordert die Linke ein Sozialticket für Bus und Bahn, das nicht mehr als zehn Euro im Monat kostet, damit es sich auch wirklich jeder Bedürftige leisten kann. Und: In einer Stadt, die sich alle leisten können (sollen), müsse es bessere Sozialtarife für die Grundversorgung mit Strom, Wärme und Wasser geben.

Die Spitzenkandidatin für den Rat, Julia Marmulla, setzt sich vor allem für mehr preiswerten Wohnraum im teuren Düsseldorf ein. Wahrlich ein Alleinstellungsmerkmal im Wahlkampf bietet ihre Forderung „100 Prozent Wohnungsbau durch die Stadt“. Eher kompatibel mit andere Parteien sind die Ziele, Spekulation  zu verhindern und den sozialen Wohnungsbau „massiv auszubauen“ sowie mehr Wohnraum für Obdachlose zu schaffen.

Dass die Linkspartei die ärmeren Düsseldorfer in den Mittelpunkt stellt, ist offenkundig. Für Marcus Flemming ist das trotzdem keine „Klientel-Politik“: „Im Grund haben wir ein Programm für 99 Prozent der Leute gemacht“, sagt er.