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Düsseldorf: Wer eine Kippe wegwirft, zahlt nun 50 statt 10 Euro Strafe

Illegale Müllentsorgung : Wer eine Zigarettenkippe wegwirft, zahlt nun 50 statt 10 Euro Strafe

Die Stadt setzt Mülldetektive gegen illegale Abfallablagerungen ein und erhöht die Verwarngelder.

Die Stadt geht neue Wege im Kampf gegen die Vermüllung von Straßen und Plätzen. Sie hat nun erstmals fünf Mülldetektive im Einsatz und sie verschärft die Regeln, indem sie die Verwarngelder erhöht. Wer beim achtlosen Wegwerfen einer Zigarettenkippe erwischt wird, kann bis zu 50 Euro Strafe zahlen; bislang waren zehn Euro der Höchstsatz. Andere Hinterlassenschaften (beispielsweise Dosen, Flaschen, Pizzakartons) „kosten“ nun ebenfalls 50 Euro statt zuvor 20 Euro. Das Verwarngeld für nicht ordnungsgemäß entsorgten Hundekot klettert von 75 auf 100 Euro. Der Leiter des Ordnungsamtes, Michael Zimmermann, spricht von einer „abschreckenden Wirkung“, die die neuen Verwarngelder auslösen sollen.

Die neue Offensive zur Stadtsauberkeit stellte Oberbürgermeister Thomas Geisel am Mittwoch vor. Das Thema berühre viele Menschen. Sie beschweren sich über vermüllte Containerstandorte und wilde Sperrmüllberge. Über die im vergangenen Jahr vorgestellte App „Düsseldorf bleibt sauber“ geben immer mehr Bürger mit ihrem Handy Hinweise auf illegale Müllablagerungen. Waren es zunächst rund 1000 Meldungen im Monat sind es zuletzt sogar 1400, also rund 45 am Tag. Im besten Fall, so sagt Mark Lindert (Umweltamt), beseitige die Awista dann den Müll innerhalb von 24 Stunden.

Im Abfall finden die Ermittler Hinweise auf die Verursacher

Wer aber verursacht die Schmuddelecken? Das sollen nun fünf Mülldetektive herausfinden. Für das Ermittlungsteam hat das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz im Mai drei Frauen und zwei Männer eingestellt, die zuvor in anderen Ämtern der Verwaltung beschäftigt waren. Im Herbst soll die Gruppe weiter verstärkt werden. „Es ist richtig, dass wir die Täter ermitteln“, sagt Geisel.

Zu zweit und zu dritt suchen die Mülldetektive auch in zivil Plätze auf, an denen einfach Spermüll abgestellt wird. Das komme gerade in Coronazeiten noch häufiger vor, da viele Menschen viel Zeit daheim verbringen und Haus und Keller entrümpeln. „Wir akzeptieren nicht, dass die Menschen den Müll einfach an die Straße stellen, anstatt die Awista für einen Sperrmülltermin anzurufen“, sagt der Oberbürgermeister.

Weiterer Einsatzort des neuen Teams sind Containerstandorte. Auch dort ist der angestiegene Internethandel der vergangenen Wochen sichtbar: Immer mehr Verpackungen werden einfach rund um Altpapiercontainer gestellt, statt sie zu zerkleinern und in den Behälter zu werfen.

Die Mülldetektive, deren Einsatz auch die CDU bereits im vergangenen Jahr gefordert hatte, können im besten Fall die Sünder auf frischer Tat ertappen. Sie „wühlen“ aber auch im illegal abgelagerten Abfall und finden erstaunlich viele Hinweise auf die Verursacher. Das kann ein Adressschild sein, ein Kontoauszug oder eine Stadtwerke-Rechnung. Seit Mitte Mai hat das Ermittlungsteam 77 Verwarngelder erhoben und 3575 Euro kassiert. In den meisten Fällen wurden Personen erwischt, die ihre Abfälle einfach Containern beigestellt hatten. Auch 17 Bußgeldverfahren wurden laut Umweltamt eingeleitet. Sie betreffen Bürger, die ihren Sperrmüll nicht angemeldet haben. Zusätzlich zu den Bußgeldern müssen sie die Kosten für die Entsorgung bezahlen.

Mülldetektivin Susanne Pletsch ist von ihrer neuen Aufgabe überzeugt. Sie sagt: „Ich möchte bei den Leuten ein Umdenken erzeugen. Es gibt in Düsseldorf so viele Möglichkeiten, den Müll legal und ohne zusätzliche Kosten zu entsorgen.“ Sie hat das Ziel, durch Verwarngelder aber auch mit der persönlichen Ansprache bei vielen Bürgern ein stärkeres Umweltbewußtsein zu entwickeln. Ihr Kollege Alexander Hens ergänzt: „Damit es an vielen Stellen in der Stadt wieder sauberer wird.“