Abfallentsorgung in Düsseldorf Welche Mülltonne muss man in Düsseldorf haben?

Düsseldorf · Schwarz, Blau, Braun oder Gelb – bei Abfalltonnen hat sich die Anzahl an Behältern über Jahre erhöht. Aber welche muss ein Haushalt überhaupt haben und welchen Vorteil hat man von strikter Trennung?

Vier Tonnen können auf dem Grundstück stehen: für Restmüll, Altpapier, Bioabfälle und Leichtverpackungen.

Vier Tonnen können auf dem Grundstück stehen: für Restmüll, Altpapier, Bioabfälle und Leichtverpackungen.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Mittlerweile gibt es in Düsseldorf vier verschiedene Abfalltonnen. Schwarz für Restmüll, Blau für Papier, Braun für Bioabfälle und Gelb für Leichtverpackungen – doch nur zwei davon müssen auf jedem Wohngrundstück laut Abfallentsorgungssatzung der Stadt vorhanden sein.

Ein Stadtsprecher erklärt, dass Eigentümer von Wohngrundstücken in Düsseldorf dazu verpflichtet sind, einen „Anschluss an die kommunale Abfallerfassung“ zu haben. Das bedeutet, es müssen genügend viele oder große Restmülltonnen pro Grundstück bestellt werden, die einmal pro Woche geleert werden. Dabei rechnet man mit einem Restmüllvolumen von 20 Litern pro Person und Woche, durchschnittlich fallen in Düsseldorf allerdings etwa 30 Liter pro Person an. Deshalb, so die Stadt, sei es wichtig, eine Größe auszuwählen, die für die tatsächlich anfallende Müllmenge ausreicht. „Durch die Bereitstellung von ausreichend Volumen soll eine wilde Müllentsorgung vermieden werden“, erklärt der Sprecher.

Die Gebühren setzen sich aus einer Grundgebühr von 80,40 Euro jährlich und einer Leistungsgebühr von 3,744 Euro je Liter Behältervolumen zusammen. Verschiedene Zuschläge können hinzukommen, außerdem kann bei Eigenkompostierung die Gebühr um 42 Cent je Liter Restmüllbehältervolumen reduziert werden. Auf der Webseite der Stadt gibt es hierfür einen Gebührenrechner, mit dem individuell berechnet werden kann, wie teuer die jeweilige Tonnengröße pro Jahr wird.

Die Nutzung der
Biotonne ist freiwillig

Außerdem muss es auf jedem Wohngrundstück auch mindestens eine Tonne für Altpapier geben. Davon kann man sich befreien lassen, wenn „die Aufstellung nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich ist“. Informationen dazu gibt es auf der Webseite der Stadt. Die Nutzung der Biotonne hingegen ist freiwillig. Beide, die Blaue und die Braune Tonne, sind im sogenannten Teilservice kostenlos und in den Müllgebühren enthalten. Sie werden alle zwei Wochen geleert. Bestellt man die Tonnen im Vollservice, das bedeutet, sie werden von der Müllabfuhr vom Standplatz geholt und nach der Leerung zurückgestellt, kostet es eine zusätzliche Gebühr von 35,68 Euro pro Tonne bei 14-tägiger Leerung, 71,35 bei wöchentlicher Leerung (Stand 2024).

Wertstoffe sollen so weit wie möglich separat erfasst werden, allerdings erfolgt das über ein privatwirtschaftlich organisiertes System, das Duale System Deutschland, das Anfang der 1990er-Jahre eingeführt wurde. Die Tonne muss also vorhanden sein, sie ist aber in der Düsseldorfer Abfallsatzung nicht verbindlich geregelt.

Die Abfuhr wird – wie bei allen anderen Tonnen – von der Awista durchgeführt. Dort können die Gelben Tonnen auch bestellt werden. Auch diese Tonnen sind gebührenfrei, denn die Entsorgung wird bereits beim Einkauf gezahlt: Für die Verwendung des „Grünen Punktes“ müssen Lizenzgebühren von den Unternehmen abgeführt werden, die auf die Verbraucher umgelegt werden können.

Der Gedanke hinter vielen getrennten Tonnen ist, dass damit das Restmüllvolumen sinkt und Wertstoffe wie Papier, Bio-Abfälle und Leichtverpackungen besser recycelt werden können. „Gerade Bio-Abfälle können sich lohnen, dadurch können pro Person fünf Liter Müll eingespart werden – und damit auch Geld“, erklärt der Stadtsprecher. In einer Beispielrechnung mit vier Personen-Haushalt, 120 Liter-Tonne und Vollservice liegen die Gebühren bei 529,68 Euro. Mit der Neuanschaffung einer 120-Liter-Biotonne kann die Restmülltonne auf 60 Liter reduziert und damit auch die Kosten auf 305,04 Euro gesenkt werden. Pro Jahr können so 188,96 Euro eingespart werden.

Ab 2025 gibt es eine Neuorganisation der Abfallwirtschaft mit „Awista Kommunal“, die weitere Einsparpotenziale bietet. So können dann alle organischen Abfälle über den Biomüll mit dann wöchentlichen Leerungen entsorgt werden. „Das wird möglich, da der Inhalt nicht nur kompostiert, sondern vergärt wird“, so der Sprecher. Außerdem soll die Gelbe Tonne zur Wertstofftonne werden.

Bislang können nur Leichtverpackungen mit „Grünem Punkt“ in der Tonne entsorgt werden. Ab kommendem Jahr sollen darin aber Kunststoffe oder Metalle jeder Art entsorgt werden, beispielsweise alte Bratpfannen oder kaputte Gießkannen. „Das reduziert wiederum die Menge in der Restmülltonne“, erklärt der Sprecher.

In den vergangenen zehn Jahren sei das pro Kopf genutzte Restmüllbehältervolumen um durchschnittlich fünf Prozent zurückgegangen. Auch die Pro-Kopf-Müllmenge an sich sank zuletzt: 2022 kamen pro Düsseldorfer 364,3 Kilogramm Abfall zusammen, im Jahr 2021 waren es
noch 395,3 Kilogramm.

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