Düsseldorf: Thomas Deckert lebt in einem Natur-Paradies

Offene Gartenpforte : Thomas Deckert lebt in einem Natur-Paradies

Beim Tag der offenen Gartentür zeigt er seine idyllische Gartenlandschaft in Lörick. Den Blick kann man buchen.

Durch einen engen langen Hausflur geht es hindurch in eine andere Welt, in die Idylle der Familie Deckert. Hinten im Garten ein hübsch eingedeckter Holztisch, kleine bunte Sträuße aus Wiesenblumen als Schmuck, der Blick hinein in eine wild wachsende, sich auf 1000 Quadratmetern ausbreitende Landschaft – das bietet sich den Besuchern in Lörick.

Erst vor etwa drei Jahren hat Thomas Deckert begonnen, hier sein Stück Paradies nach und nach aufzuziehen. Beim Tag der offenen Gartentür war es für ihn soweit, es offiziell zu zeigen.

Das Grundstück – ein ehemaliger Bauernhof – gehört der Familie, seinen Eltern, schon seit Jahrzehnten. Doch erst vor Kurzem hat Deckert die Idee gepackt, aus dem schlicht gestalteten Gelände einen naturnahen Garten, eine sogenannte Permakultur, zu machen – also der Natur viel Raum zu geben. Ziel ist es, eigenständige Kreisläufe zu fördern, von und im Grünen zu leben und einheimische und teils auch selten gewordene Pflanzen zu säen.

Mit Büchern und vor allem gemeinsam mit einem Experten speziell für diese Art der Gartengestaltung hat er in den letzten Jahren seinen Traum verwirklicht, nach passenden Sorten gesucht, sich überlegt, was wo wachsen kann und darf.

Das Paradies wirkt schon jetzt wildromantisch, verwinkelt – durch kleine freie Flächen dennoch nicht überladen. Es ist genug Platz für eine kleine Wiese, für eine Rutsche für seine Kinder und ein Feld für Boule. Überall gibt es Neues zu sehen, wächst etwas anderes: Salbei und Thymian blühen einer Ecke, aus einer Reihe mit Hochbeeten in einem anderen Teil lugen schon die ersten Salatblätter hervor.

Die Familie versorgt sich selbst, unter anderem mit Kohl und Fenchel, Zucchini und Gurken, Tomaten und Paprika, Obst und Beeren – je nach Erntezeit kommt nur das eigene Gemüse auf den Tisch. Um Arten zu erhalten, sind es vor allem alte Sorten, die im Rheinland heimisch sind.

Thomas Deckert kümmert sich um alte heimische Pflanzensorten

Rund um einen ausgedienten Brunnen darf Giersch in Ruhe wachsen, an anderen Stellen ragen büschelweise Brennnesseln in die Höhe, vor allem im hinteren Bereich des Grundstücks, der wild sein kann. Anderswo als Unkraut verpönt und ausgerupft, sind die Pflanzen hier willkommen, als Heimat für die unterschiedlichsten Insekten – solange sie sich nicht allzu sehr ausbreiten. Regelmäßiges Rupfen und an einigen Stellen auch Mähen gehört also auch im Naturgarten dazu. Ohne Pflege geht es nicht – und vor allem im letzten trockenen Sommer nicht ohne Gießen. Ein funktionierender Brunnen ist aber schon in Planung. Es steckt doch einiges drin in dem Idyll, an Gestaltung und vor allem beim Ansäen. Selbst Wildblumen wie Margeriten, Taubnesseln und Hahnenfuß kommen nicht von alleine. „Besonders schwer ist es aber, an alte Pflanzensorten zu kommen. Da braucht man schon jemand, der sich auskennt“, sagt Deckert. Alte Obstsorten, zum Beispiel der Apfel „Kaiser Wilhelm“, erhalten bei ihm eine neue Heimat. Die noch jungen Bäume stehen einzeln, überall auf dem Grundstück verteilt.

Und auch Tiere gehören dazu, Kater Carlo achtet darauf, dass die Mäuse nicht überhand nehmen. Hühner gackern in ihrem mit einem Zaun geschützten Bereich - eines ist ausgebüchst, stromert durchs Gelände und scharrt in der Erde nach Würmern. Im Schatten alter Bäume stehen drei Bienenkästen, lang dauert es nicht mehr, bis die Deckerts sich den ersten eigenen Honig für dieses Jahr holen können.

Der Garten kann für kleine Feiern und Kochevents gebucht werden

Wer diese Idylle genießen will, muss nicht bis zur nächsten Offenen Gartentür warten.

Deckert liebt es zu kochen, Besucher können ein Mahl auf der Terrasse buchen oder seine Profiküche mieten – Gartennutzung samt frischen Kräuter sind inklusive. Infos dazu gibt es in der Uhrmacherwerkstatt, die er im Haus betreibt. Dort kann man zu den Öffnungszeiten bald auch Honig kaufen, es gibt ihn allerdings auch in Oberkassel im „Wundervoll“ am Luegplatz.

Mehr Infos gibt es unter

antikuhrmeister.de

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