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Düsseldorf stellt das Stadtentwicklungskonzept Raumwerk D fertig

Stadtplanung in Düsseldorf : Das komplexe Raumwerk formt sich

Die Bürger sind noch einmal aufgerufen, sich am Konzept für die Düsseldorfer Stadtentwicklung zu beteiligen. Verabschiedet werden soll das Papier dann im neuen Jahr.

Man stellt sich das so einfach vor: Die Stadtplaner schreiben ein Konzept auf und dann wird in den kommenden Jahren ein Projekt nach dem anderen abgewickelt. Ein paar Hochhäuser da, dort Wohnungen, daneben Büros, hier und da Grün. Und was ist, wenn plötzlich eine Pandemie ausbricht und das eigene Umfeld sowie die angrenzende Region für den Lebensalltag immer wichtiger werden? Was, wenn plötzlich aus Bächen reißende Ströme werden, die für massive Überschwemmungen sorgen? Beides ist in den vergangenen beiden Jahren, als die Arbeiten am Raumwerk D bereits gestartet waren, passiert. Wenn die Planer eines daraus gelernt haben, dann dies: Es ist gut, die eigene Stadt zu kennen und Ideen für sie zu entwickeln, aber es ist wichtig, flexibel bleiben zu können.

Drei Landschaften und sieben Grundwerte als Grundgerüst

Das neue Stadtentwicklungskonzept ist deswegen kein starres Konstrukt, sondern soll sich stetig weiterentwickeln. Es ist ein Werkzeugkasten, der Instrumente für verschiedene Aufgabenstellungen und Zeithorizonte bereithält. Immer geht es um den konkreten Raum, der aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird. „Wir waren überrascht, welche Komplexität und Tiefe diese Arbeit hat“, meint beispielsweise Thomas O. Hillmer, Präsident des Lions-Clubs Düsseldorf-Hösel, bei dem Planungsdezernentin Cornelia Zuschke vor zwei Wochen über das Raumwerk D referiert hat. Auch bei mehreren internationalen Konferenzen wurde die Düsseldorfer Herangehensweise bereits präsentiert.

Das Raumwerk hat mehrere Ebenen. Am Anfang stehen ein Selbstverständnis und sieben Grundwerte. Düsseldorfs Raumgerüst ist geprägt durch drei große Landschaftsräume: die Flusslandschaft des Rheins mit ihren Auen und auch ausgebauten Ufern (es fällt das schöne Wort „Stadtküste“), die Niederbergische Höhenterrasse mit dem hügeligen Waldsaum im Osten sowie die weitgehend ebene, von der Düssel durchzogene Niederterrasse des Rheins, die den größten Teil der Stadt ausmacht und Zentrum der Stadtentwicklung ist, denn es bleibt beim Grundsatz Innen- vor Außenverdichtung. Die stadträumliche Vielfalt taucht als Schatz in den Gundwerten auf, ebenso das Ziel, eine gerechte Stadt zu sein, die zudem ihre grünen Qualitäten kultiviert und Umwelt und Klima „mit aller Kraft schützt“. Ebenso enthalten: unterschiedliche Formen der urbanen Produktion – industriell, mittelständisch und kleinteilig, digital.

Im Raumgerüst werden unter anderem urbane, grüne und blaue Netzstrukturen herausgearbeitet, die weiter miteinander verbunden werden sollen. Hier ist die Stadtplanung konkret, es findet sich etwa der Begriff „Düsselring“, mit dem Radfahrer und Spaziergänger, die den Fortgang der Düssel-Renaturierung verfolgen, etwas anfangen können. Auf dieser Ebene des Raumwerks docken auch die anderen Konzepte an, wie etwa  der Hochhaus-Rahmenplan.

„In den Schlüsselräumen sind wir immer im Handeln“, sagt Zuschke. Diese Räume sind für die städtebauliche Entwicklung Düsseldorfs von besonderer Bedeutung oder sie sind Beispiel auch für andere Räume. Schlüsselräume der Gegenwartsliste sind unter anderem: die Innenstadt, das Zukunftsquartier Rath, der Düsselring, die Ortsteilqualitäten am Stadtrand und die Transformation des Hauptbahnhofs. Für diese Bereiche sollen Konzepte weiter- oder neu entwickelt werden. Zudem gibt es eine Perspektivliste. Sie enthält Räume, die für die langfristige Stadtentwicklung wichtig sind und weitreichende Auswirkungen auf die Stadt haben. Für diese Räume sollen visionäre Perspektiven entwickelt werden. Heute stehen auf dieser Liste die Zukunft des Quartiers Messe-Flughafen-Sport (mit Arena-Park), der Kennedydamm, der Bereich von Benrath bis zur Industrie im Süden, die Tangentiale des öffentlichen Verkehrs durch die Stadt.

Ist etwas falsch, fehlt was? Darum geht es jetzt zum Abschluss (siehe Info-Box). Im Planungsausschuss wurde moniert, es sei noch nicht das Ziel aufgenommen, dass Düsseldorf inklusiv sein will. Das wird natürlich nachgeholt.