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Düsseldorf: Stadt richtet Corona-Diagnosezentrum ein

Vorkehrung : Stadt richtet Corona-Diagnosezentrum ein

Weitere Messen abgesagt. Oberbürgermeister Thomas Geisel wendet sich in Video an die Bevölkerung.

Ab Montagnachmittag wird die Stadt nach eigenen Angaben im Gesundheitsamt ein Diagnostikzentrum für die Düsseldorfer und die hier Tätigen einrichten. Dort sollen die notwendigen Test auf das Coronavirus durchgeführt werden. Ab Mittwoch würden dann an zentraler Stelle Räume dafür zur Verfügung gestellt. Niemand solle von sich aus dieses Diagnostikzentrum aufsuchen, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Wer befürchte, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, müsse sich an das Infotelefon unter der Nummer 0211 8996090 wenden. Geschultes Personal kläre dann ab, ob der Verdacht, sich angesteckt zu haben, begründet ist. Wenn dies der Fall ist, wird am Telefon ein Termin im Diagnostikzentrum vergeben. Wer das Diagnostikzentrum ohne Termin aufsucht, müsse abgewiesen werden, da die notwendige Abklärung dort nicht geleistet werden könne, so die Stadt. Wer nicht in Düsseldorf wohnt oder arbeitet kann sich an die Rufnummer 116117 wenden. Ziel des Zentrums ist es, die Praxen der niedergelassenen Ärzte zu entlasten, der Bevölkerung eine Anlaufstelle zu bieten und Beeinträchtigungen des Gesundheitssystems zu verhindern.

Oberbürgermeister Thomas Geisel hatte am Wochenende in einer Videobotschaft das weitere Vorgehen der Landeshauptstadt in Sachen Coronavirus erläutert. Zugleich appellierte er an die niedergelassene Ärzteschaft, sich am Diagnostikzentrum zu beteiligen. Abschließend wendet sich der Oberbürgermeister in dem Video an die Düsseldorfer: „Wichtig ist es jetzt, dass all diejenigen, die einen Beitrag zur Eindämmung und Lösung dieser Krise leisten können, zusammenstehen und dass wir allesamt bei aller verständlichen Aufregung einen kühlen Kopf bewahren. Das möchte ich Ihnen und uns allen wünschen.“

Die Messe Düsseldorf hatte am Wochenende weitere Veranstaltungen verschoben: ProWein, wire, Tube, Beauty, Top Hair sowie die Energy Storage Europe. Das Unternehmen werde sich nun mit den Partnern abstimmen und über alternative Messetermine beraten, „um größtmögliche Planungssicherheit zu garantieren“, hieß es am Samstag.

Damit folgt die Messe der Empfehlung des Krisenstabs der Bundesregierung, bei der Risikobewertung von Großveranstaltungen die Prinzipien des Robert-Koch-Instituts zu berücksichtigen. Aufgrund dieser Empfehlung und der zuletzt deutlich gestiegenen Zahl von Infizierten auch in Europa hatte die Messe die Lage nach eigenen Angaben neu bewertet. Hinzu komme die Verunsicherung zahlreicher Aussteller und Besucher der Veranstaltungen im März und die komplizierte Reisesituation insbesondere für internationale Kunden. „Diese Entscheidung ist allen Beteiligten nicht leichtgefallen“, sagt Oberbürgermeister Geisel, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Messe ist. „Aber die Verschiebungen zum jetzigen Zeitpunkt sind für die Messe Düsseldorf und ihre Kunden angesichts der immer dynamischeren Entwicklungen erforderlich.“

Für die im Mai und Juni in Düsseldorf stattfindenden Großmessen Interpack und Drupa gibt es aktuell keine Absicht für eine Verschiebung, teilte die Messe mit. Red