Tiere in Düsseldorf Taubenschläge ergeben nur Sinn, wenn nicht gefüttert wird

Düsseldorf · Die Stadt hält Standorte am Worringer Platz, Münsterplatz und Hauptbahnhof aktuell für „nicht zielführend“. Alternative Möglichkeiten werden geprüft.

Auch auf dem Münsterplatz ist die Taubenpopulation hoch.

Auch auf dem Münsterplatz ist die Taubenpopulation hoch.

Foto: Marc Ingel

(arc) Die Verwaltung wurde Ende vergangenen Jahres von der Bezirksvertretung 1 gebeten, im Bereich um den Worringer Platz und am Hauptbahnhof, aber auch um den Münsterplatz herum jeweils geeignete Standorte für die Aufstellung eines Taubenschlages zu finden und über die anfallenden Kosten zu informieren. Zudem sollte auch der Kontakt zum Tierschutzverein aufgenommen und dieser in das weitere Prozedere einbezogen werden. Der hatte sich im Anschluss schon prinzipiell positiv über die Idee geäußert, insgesamt sieben selbst gebaute Taubenhäuser hat der Tierschutzverein bereits jetzt im Stadtgebiet verteilt. Die Verwaltung sieht das jedoch etwas anders, wie einer Informationsvorlage für die Bezirksvertretung 1, die am Freitag, 1. März, ab 14 Uhr im Rathaus tagt, zu entnehmen ist. Die Probleme durch die großen Taubenpopulationen in den Bereichen Worringer Platz, Hauptbahnhof und Münsterplatz konnten bei Überprüfungen durch amtliche Tierärzte zwar bestätigt werden.

Fütterungsverbot müsste konsequent eingehalten werden

Ursache für die hohe Zahl an Stadttauben sei jedoch vor allem ein großes und leicht zugängliches Futterangebot sowie zahlreiche Nistmöglichkeiten in jeweils unmittelbarer Umgebung. Die im Antrag dargestellten Vorteile des in der Stadt Düsseldorf schon seit Jahren praktizierten Taubenmanagements in Kooperation mit dem Tierschutzverein seien grundsätzlich richtig und bestätigten die Erfahrungen des Instituts für Verbraucherschutz und Veterinärwesen. Zum erfolgreichen Einsatz von Taubenschlägen mit Ei-Austausch zur Reduzierung der Taubenzahl seien dabei dennoch zwei wesentliche Voraussetzungen unverzichtbar: Grundsätzlich könne das Konzept nur dann erfolgreich sein, wenn ein konsequentes Fütterungsverbot eingehalten wird und im Umfeld eines Schlages durch tierschutzgerechte Vergrämungsmaßnahmen andere Nistplätze außerhalb des Schlages verhindert werden. Ohne diese beiden Bedingungen werde ansonsten durch einen Taubenschlag ein zusätzliches Futterangebot geschaffen, was sogar zu einer Verschlechterung der Situation führen könne.

„Diese Voraussetzungen fehlen an den genannten Standorten und können nach Einschätzung der Verwaltung auch nicht geschaffen werden, daher kann die Aufstellung von Taubenschlägen zum Ei-Austausch derzeit bedauerlicherweise nicht empfohlen werden“, heißt es vom zuständigen Amt. Da zum jetzigen Zeitpunkt unter diesen Voraussetzungen noch keine Standorte für die Errichtung von Taubenschlägen empfohlen werden können, prüft die Verwaltung zusammen mit dem Tierschutzverein weiter alternative Möglichkeiten.

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