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Düsseldorf: Stadt fordert über 70-Jährige zur Drittimpfung auf

Schutz gegen das Coronavirus : Inzidenz klettert auf über 90

Für Menschen über 70 Jahre ist eine Corona-Infektion besonders gefährlich – eine Auffrischungsimpfung wird empfohlen. Die Stadt Düsseldorf schickt deshalb bald ein Schreiben an ihre älteren Bürgerinnen und Bürger.

Die Corona-Zahlen in Düsseldorf steigen wieder stark an. Wie aus den Daten der Stadt hervorgeht, sind derzeit rund 800 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer mit dem Coronavirus infiziert. Von den Infizierten werden 51 in Krankenhäusern behandelt, davon zwölf auf Intensivstationen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in kurzer Zeit sehr stark angestiegen. Lag sie vor drei Tagen noch bei etwas über 60, ist der Wert inzwischen auf 91,1 (Vortag 83) gestiegen. Dazu trägt einer Stadtsprecherin zufolge auch das Ausbruchsgeschehen in drei Düsseldorfer Seniorenheimen bei, das am Donnerstag bekannt geworden war. In allen Einrichtungen seien die Bewohner und deren Kontaktpersonen isoliert, hieß es von der Stadt.

Ältere Menschen sind bei einer Infektion besonders gefährdet. Die Verwaltung fordert die über 70-Jährigen deshalb auf, sich eine Auffrischungsimpfung abzuholen. „Daher lautet meine Bitte auch an alle: Lassen Sie sich impfen“, sagte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU). Die Infektionsausbrüche in Altenheimen zeigten, wie wichtig die Aufrechterhaltung und Auffrischung des Impfschutzes sei. „Die in diesen Tagen geäußerten Forderungen einiger Gesundheitspolitiker, die pandemische Lage für beendet zu erklären, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es wieder mit steigenden Infektionszahlen zu tun haben.“

Kommende Woche will die Stadt ein Schreiben an die über 70-Jährigen verschicken. Damit setzt die Verwaltung eine Vorgabe des NRW-Gesundheitsministeriums um. Der Erhalt des Briefes ist allerdings nicht Voraussetzung, um einen Impftermin zu bekommen.

Die Impf-Aufforderung basiert auf einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Etwa ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung lasse die Wirksamkeit insbesondere bei älteren Menschen nach, heißt es dazu vom Landesgesundheitsministerium. Damit diese mit dem bestmöglichen Schutz in die kalte Jahreszeit gehen können, sei es jetzt ratsam, sich um die Auffrischungsimpfung zu kümmern. Insbesondere wird diese Bewohnern und Pflegekräften in Heimen empfohlen. Auch Menschen unter 70 Jahren können sich drittimpfen lassen, sofern ihre zweite Immunisierung mindestens sechs Monate zurückliegt. Eine generelle Empfehlung der Stiko gibt es dafür jedoch bislang nicht.

Die Impfung ist weiterhin kostenfrei und grundsätzlich auch in den Impfstellen der Stadt an der Heinrich-Heine-Allee und am Bertha-von-Suttner-Platz möglich (montags bis freitags 10 bis 17.30 Uhr). Bis Freitag waren in der Stadt insgesamt 8807 Auffrischungsimpfungen durchgeführt worden, davon rund 450 an den dezentralen Impfstellen sowie am Impfmobil der Stadt. Die Mehrheit der Drittimpfungen lief also wie geplant über die Hausärzte.

Im Rahmen der Impfkampagne fährt das städtische Impfmobil in der kommenden Woche jeweils von 10 bis 13 Uhr verschiedene Förderschulen an (Montag Mosaikschule, Am Massenberger Kamp 45, Dienstag Alfred-Herrhausen-Schule, Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße 21, am Mittwoch Theodor-Andresen-Schule und Franz-Marc-Schule, Lohbachweg 16-18, Donnerstag Martin-Luther-King-Schule, Schönaustraße 25, Freitag Karl-Tietenberg-Schule, Lärchenweg 23). Am Samstag ist das Impfmobil von 15 bis 18 Uhr am Kin-Top-Förderzentrum in Oberbilk zu Gast. Eine Vorab-Anmeldung ist nicht nötig, lediglich der Personalausweis – und soweit vorhanden der Impfpass – muss mitgebracht werden.