Düsseldorf: Spendenaufruf statt verkaufsoffener Sonntag

Stadtteile : „Wir wollten den krebskranken Kindern ein möglichst normales Leben ermöglichen“

Seit 28 Jahren veranstaltet das Küchengeschäft Walgenbach eine Tombola für die Elterninitiative Krebsklinik. In diesem Jahr wurden 2700 Euro eingenommen.

Zum Gumbertstraßenfest in Eller wird im Küchenfachgeschäft Walgenbach traditionell der verkaufsoffene Sonntag ausgelassen. Stattdessen veranstaltet das Familienunternehmen eine Verlosung, dessen Einnahmen an die Elterninitiative Kinderkrebsklinik Düsseldorf gespendet werden, die das Universitätsklinikum für eine bessere Versorgung krebskranker Kinder unterstützt. Auch dieses Jahr wurden am 7. und 8. September 3000 Gewinne verlost und 2700 Euro eingenommen. Am Montag überreichte Geschäftsführer Matthias Walgenbach den Scheck an Gabriele Hänsel von der Elterninitiative und beantwortete einige Fragen zur Spendenaktion.

Die Tombola zum Gumbertstraßenfest gibt es nun seit 28 Jahren, seit dem ersten Straßenfest. Wie ist sie damals entstanden?

Matthias Walgenbach: Wir haben damals eine Alternative zum verkaufsoffenen Sonntag gesucht, der am Wochenende des Straßenfestes stattfand. Schon damals wollten wir die Kinderkrebsklinik unterstützen, was sich dann zu einer Tradition entwickelt hat.

In den Jahren kamen mittlerweile 91 000 Euro zusammen. Welche Projekte konnten damit konkret verwirklicht werden?

Walgenbach: Die Klinik braucht Geld für medizinische Geräte, genauso wichtig ist es aber, den Kindern ein möglichst normales und schönes Leben zu ermöglichen. Deswegen wurden durch Spendengelder Wohnungen gebaut, in denen die Eltern untergebracht werden können, die nicht in Düsseldorf wohnen. So können die Kinder ihre Eltern in der Nähe haben. Außerdem werden Freizeiten organisiert, um die Kinder auf andere Gedanken zu bringen.

Welchen Stellenwert hat die Aktion in Eller?

Walgenbach: Wenn man sich die Traube anguckt, die hier jedes Jahr ansteht: einen hohen Stellenwert. Natürlich wissen wir nicht, ob Leute deswegen lieber bei uns einkaufen als anderswo, aber wir werden sicherlich als lokal verwurzeltes Unternehmen wahrgenommen.

Wie entwickelt sich die Nachfrage denn? Wie ändert sich das Spendenverhalten in den letzten Jahren?

Walgenbach: Der Erlös aus der Tombola schwankt. In schwächeren Jahren haben wir den Betrag auch schon mal aufgerundet, aber wir sind stolz,  jedes Mal so viele bekannte Gesichter zu sehen, die uns unterstützen.

Werden Lose gekauft, um Preise zu gewinnen, oder wollen die Leute in erster Linie etwas Gutes tun?

Walgenbach: Es hält sich die Waage. Natürlich freuen sich die Teilnehmer, wenn sie z.B. bei 20 Losen acht Gewinne haben und etwas gewinnen. Aber niemand beschwert sich, wenn er mal zehn Lose gekauft hat und nichts gewinnt, schließlich ist es ja für einen guten Zweck.

Was wird denn bei der Tombola alles verlost? Wer stellt die Gewinne?

Walgenbach: Die Gewinne werden von uns selbst eingekauft, wir suchen das Jahr über nach Preisen, die für jeden interessant und attraktiv sind. Dieses Jahr war der Hauptpreis eine Waschmaschine, aber grundsätzlich versuchen wir mehr kleinere Preise anzubieten. So können mehr Leute mit einer Kleinigkeit und einem guten Gefühl nach Hause gehen.

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