Kritik gab es in Duisburg Braucht Düsseldorf einen Selfie-Spot?

Düsseldorf · Die CDU verweist auf Vorbilder wie in den Städten Palma und Amsterdam.

Duisburg hat einen Schriftzug als Selfie-Spot und landete damit im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes.

Duisburg hat einen Schriftzug als Selfie-Spot und landete damit im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes.

Foto: dpa/Christoph Reichwein

Wie sinnvoll wäre ein Selfiespot in Düsseldorf? Diese Frage soll politisch diskutiert und von der Stadt eingeordnet werden. Die CDU hat jetzt eine Anfrage zum Thema gestellt, die am Dienstag im Wirtschaftsausschuss thematisiert werden wird.

Ratsherr Giuseppe Saitta verweist auf prominente Vorbilder, zum Beispiel Palma oder Amsterdam. In der niederländischen Stadt gibt es einen überdimensionalen Schriftzug des Stadtnamens mit einem „I“ davor. Auch deutsche Städte setzen auf solche Selfiespots. Saitta nennt etwa Ulm oder Pforzheim. Nicht erwähnt werden von ihm allerdings die Nachbarstadt Duisburg oder Bochum. Die Projekte dort waren ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes geraten, wegen zu hoher Ausgaben, trotz klammer Haushaltskasse.

Verweis auf Untersuchung des US-amerikanischen Time Magazine

Möglicherweise deshalb geht es in zwei von drei Fragen der CDU auch um die Kosten. So fragt Saitta die Stadtverwaltung, ob ein möglicher Bild-/Schriftzug oder eine entsprechende Skulptur in ein wirtschaftliches Kosten-Nutzen-Verhältnis gebracht werden können. Zudem will Saitta wissen, welche Möglichkeiten ein Sponsoring bieten würde, um die Ausgaben für ein solches Projekt wieder zu decken.

Grundsätzlich sieht Saitta aber Potenzial in Düsseldorf und fragt nach dem Mehrwert, den ein für Selfies kreierter Foto-Hintergrund bieten würde. Saitta verweist auf die zehn Jahre alte Untersuchung des US-amerikanischen Time Magazine, wonach die NRW-Landeshauptstadt deutschlandweit zur Selfie-Hauptstadt wurde. Analysiert worden war, wie viele Selfies pro Einwohner bei Instagram hochgeladen wurden.

Ein Jahr nach dieser Nachricht hatte es 2015 sogar eine Ausstellung zu dieser speziellen Art der Fotografie im NRW-Forum gegeben. Alain Bieber hatte damals als Leiter gesagt, dass Düsseldorf als Single-Stadt prädestiniert für Selfies sei. Im Interview mit unserer Redaktion sage er: „Hier gibt es eine ausgeprägte Lust an der Selbstdarstellung und -inszenierung; am Hedonismus, man lässt andere gerne an Reichtum oder Attraktivität teilhaben. Gute Voraussetzungen für diese Szene.“

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