Düsseldorf: Sind so viele neue Hotels sinnvoll?

Bauprojekte : Politiker kritisieren Hotelbauten

Bezirkspolitiker kritisieren Planung für ein weiteres Haus mit 910 Betten für Oberbilk und zweifeln an der Notwendigkeit.

Die Zahl der Gäste-Übernachtungen ist in Düsseldorf stark gestiegen. 29 neue Hotels soll die Stadt deshalb in den nächsten Jahren bekommen. Manche befinden sich im Bau, einige sind genehmigt. Und ein weiterer Bauantrag für das Grundstück an der Moskauer Straße 30-32 lag jetzt der Bezirksvertretung 3 (u.a. zuständig für Oberbilk) am Dienstag vor. Ein Haus mit sieben Etagen und 910 Betten. Zur Verwunderung von Bezirksbürgermeister Marko Siegesmund (SPD). Der erinnerte sich daran, dass der Planungsausschus erst vor einem Jahr für die Moskauer Straße 29 (also das Grundstück gegenüber) einen Hotelbau genehmigt hatte. „Ist das wirklich sinnvoll und erwünscht?“, fragt Siegesmund, wo doch am Stadtwerkepark, an der Kölner Straße (Grand Central) und am Hauptbahnhof (Harkortstraße) weitere Hotelprojekte ganz in der Nähe geplant sind.

Die weitere Diskussion zeigt die Verärgerung der Stadtteilpolitiker darüber, dass sie bei den Hotels außen vor sind. Denn die Projekte haben seit der Zeit des verstorbenen Oberbürgermeisters Joachim Erwin „gesamtstädtische Bedeutung“, werden im Planungsausschuss entschieden.

„Ich möchte den Fachausschuss kritisch beraten“, sagt Stefan Kwasniewski (CDU). Ein weiteres Hotel an der Moskauer Straße sei für ihn „sehr fragwürdig und krass.“ Das Hotel werde den Stadtteil nicht beleben, Grundstücke für den Wohnungsbau fehlen. Auch Christine Majewski von den Grünen kritisiert: „Qualitätvolle Stadtplanung sieht anders aus. Irgendwann stehen die Dinger leer.“ Und Walter Schmidt (CDU) befürchtet: „Die kleinen Hotels werden gefährdet.“ Der Fachausschuss sollte dies alles berücksichtigen, wenn er am 13. Februar entscheidet.

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