Gesundheit in Düsseldorf Sana und EVK kooperieren bei Pflegeschule

Düsseldorf · In dem 20 Millionen Euro teuren Neubau an der Gräulinger Straße sollen ab nächstem Jahr bis zu 250 Pflegekräfte ausgebildet werden.

 So soll die Pflegeschule an der Gräulinger Straße später einmal aussehen.

So soll die Pflegeschule an der Gräulinger Straße später einmal aussehen.

Foto: Sana Kliniken Düsseldorf GmbH

Die Bezirksvertretung 7 sowie der Planungsausschuss haben dem Bebauungsplan für die neue Pflegeschule auf dem ehemaligen Parkplatz des Sana-Krankenhauses in Gerresheim zugestimmt, der Rat wird das Bauvorhaben dann am Donnerstag aller Voraussicht nach endgültig absegnen. Warum die Einrichtung, die gemeinsam von Sana und dem Evangelischen Krankenhaus (EVK) betrieben wird, so wichtig ist, liegt auf der Hand: Es fehlt den Kliniken an Personal, bis 2030 werden es laut einer Barmer-Studie mehr als 180 000 Stellen in Deutschland sein, die nicht besetzt werden können – auch weil es dann rund sechs Millionen Pflegebedürftige geben wird.

Und schon jetzt ist klar, dass in den nächsten zehn bis zwölf Jahren 500 000 Pflegefachkräfte in Rente gehen. Bis zu 250 angehende Pflegekräfte können künftig in Gerresheim ausgebildet werden, wobei nicht immer alle gleichzeitig vor Ort sein werden. Eröffnung soll im nächsten Jahr sein, denn nur so lange kann das Provisorium am Seestern betrieben werden.

„Wir wussten aber, dass das nur eine vorübergehende Lösung sein wird. Die neue trägerübergreifende Krankenpflegeschule an der Gräulinger Straße in Gerresheim wird mit rund 1350 Quadratmetern noch einmal größer werden als am Seestern. Die enge Verbindung zum Sana-Standort Gerresheim macht zudem die Praxiseinsätze leicht“, sagt Sana-Geschäftsführer Michael Weckmann. Die Sana-Kliniken Düsseldorf mit ihren Standorten in Gerresheim und Benrath haben seit 2020 ihre bis dato 60 Ausbildungsplätze wegen des steigenden Bedarfs nach und nach auf 120 Plätze verdoppelt, die pro Jahr mit 40 Auszubildenden besetzt werden können. „Und im vergangenen Jahr hat mehr als die Hälfte der fertigen Auszubildenden das Angebot, bei den Sana-Kliniken zu bleiben, angenommen“, sagt Weckmann.

Die Stiftung des EVK bot bis vor drei Jahren 115 Ausbildungsplätze für Gesundheits-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Seit 2020 mit Beginn der fächerübergreifenden Generalistik sind es sogar 135 Ausbildungsplätze für Pflegefachfrauen und -männer (Vertiefung Akutpflege, Langzeitpflege und Pädiatrie). Die gut funktionierende Kooperation von Sana-Kliniken und der Stiftung EVK wird somit fortgesetzt, ohnehin reicht sie weit zurück: Zusammen mit dem Krankenhaus in Kaiserswerth bildeten die drei Häuser bis 2020 mehr als 20 Jahre lang gemeinsam neue Pfleger aus – seit 2015 als sogenannte „Innen GbR“ (soll nur der Ausgestaltung des Rechtsverhältnisses ihrer Gesellschafter untereinander dienen), 2020 begannen EVK und Sana dann mit der generalistischen Ausbildung in den aktuellen Räumen am Seestern.

„Auch im Gerresheimer Neubau wird die seit mehr als 20 Jahren gelebte Zusammenarbeit und seit 2015 bewährte Gesellschaftsform der Innen GbR fortgeführt“, erklärt EVK-Sprecherin Mareike Dietzfelbinger. Sie bestätigt, dass die Kooperation nur Vorteile habe: „Die Kurse sind voll und aus jedem Kurs können wir gut ausgebildete Pflegekräfte ins EVK und unsere beiden Pflegeheime übernehmen.“ Den theoretischen Unterricht teilen sich bislang die Pädagogen von Sana und EVK nach Fachexpertise, und das soll auch so beibehalten werden.

Im Vorfeld hatten es die Kooperationspartner nicht immer leicht, ihre Pläne durchzusetzen. „Die Verhandlungen mit Stadt und Land haben sich als mühsamer Prozess herausgestellt, das Konzept liegt schon seit 2019 vor“, erklärt Weckmann. Nach Protesten von Anwohnern, die Angst vor einer Zunahme des Verkehrs hatten, haben sich die Sana-Kliniken im Vorfeld bereit erklärt, auf eine Betriebskita zunächst zu verzichten und diese später zu realisieren. Da dennoch mit einer Erhöhung der Lärmwerte gerechnet wird, soll künftig Tempo 30 auf einem Teilabschnitt der Gräulinger Straße gelten. In Absprache mit dem Investor wird zudem weniger hoch gebaut als zunächst angedacht – zulasten des Wohnraums für Azubis.

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