Medienhafen Roberts Bistro schließt nach mehr als 30 Jahren

Düsseldorf · Die Betreiber gaben das Ende des frankophilen Restaurants im Medienhafen auf Facebook bekannt.

 Roberts Bistro gab das Ende auf Facebook bekannt.

Roberts Bistro gab das Ende auf Facebook bekannt.

Foto: Screenshot

Bisweilen ist Facebook doch für etwas gut: am Dienstag als Gradmesser. Paul Meister, Betreiber von „Roberts Bistro“, hatte am Dienstagmittag in dem Netzwerk verkündet, das sein Restaurant schließt. Schon zwei Stunden später standen unter dem Beitrag so viele Kommentare, dass der Betrachter einen mittleren Muskelkater im Daumen riskierte, wollte er alle Trauerbekundungen an seinem Auge vorbeiziehen lassen.  Der Schrecken bei den Düsseldorfern war offensichtlich groß, viele erinnerten sich an ihren ersten Besuch oder ihr erstes Gericht im Bistro, andere veröffentlichten Fotos von Gerichten, die nun eines ihrer letzten oder das letzte in dem Restaurant an der Wupperstraße im Medienhafen war.

Meister begründete die Entscheidung in seinem Facebook-Beitrag mit der jüngsten Vergangenheit: „Die Entscheidung war durch die Entwicklung der letzten Monate alternativlos.Wir haben alles versucht, alle Register gezogen, leider schlussendlich erfolglos“, schrieb er am Dienstag. Zugleich dankte er Gästen und Mitarbeitern gleichermaßen: „Wir sind stolz auf das Erreichte der letzten drei  Jahrzehnte, stolz auf den Zuspruch unserer treuen Gäste über diesen unfassbar langen Zeitraum. Über 29 verschiedene Nationen (haben wir mal schnell zusammengezählt) haben hier ihr ganzes Herz in die Arbeit gelegt.“

„Roberts Bistro“ eröffnete im Düsseldorfer Medienhafen, als dieser noch keiner war, als man noch zu den fantasiebegabten Landeshauptstädtern zählen musste, um sich vorzustellen, wie der neue Landtag, die Rheinuferpromenade und die Gehry-bauten dafür sorgen würden, dass südlich der Innenstadt ein sehr beliebtes Viertel entsteht. Gründer Robert Hülsmann brachte damals französische Küche nicht als Luxus, sondern als etwas Bodenständiges, beinah Sozialistisches nach Düsseldorf. Vor dem Bistro musste man anstehen, drinnen saß man wirklich eng neben- und beieinander, unabhängig davon, ob man sich vorher kannte oder nicht. Einen größeren Gegensatz zu den Abstandsgeboten der heutigen Zeit kann man sich nicht mehr vorstellen.

Hülsmann verkaufte das Bistro irgendwann an „seine Jungs“, also sein Team, und zog sich vorerst nach Frankreich zurück. Das Prinzip seines Bistros aber blieb, und das unbeeindruckt von allen Entwicklungen im Viertel drumherum. Bis jetzt, bis zu dem Moment, an dem man sehr berechtigt fürchten muss, nie wieder einen solchen Hirschrücken mit Chili-Nougat-Sauce essen zu können.

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