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Düsseldorf: Richtfest der Rosenmontagswagen mit Segnung

Karneval in Düsseldorf : Richtfest der Rosenmontagswagen mit Segnung

Der designierte Stadtdechant und der OB erinnerten auch an die Opfer von Hanau.

Anfang September haben die Karnevalisten begonnen, ihre Wagen für den Rosenmontagszug zu bauen. Am vergangenen Sonntag war Schluss und am Freitag wurde ganz offiziell Richtfest in der Wagenbauhalle gefeiert. Und natürlich war auch der Vorstand vom Comitee Carneval vor Ort, und auch Oberbürgermeister Thomas Geisel ließ es sich nicht nehmen, den Karnevalisten zu ihren tollen Rosenmontagswagen zu gratulieren.

Allerdings fehlte mit Jacques Tilly der Mann, der für fast alle Wagen verantwortlich ist. Und das liegt daran, dass das CC um Präsident Michael Laumen der Meinung ist, dass ein bisschen kirchlicher Beistand ja nicht schaden kann, und deshalb wurde der kommissarische Stadtdechanten Frank Heidkamp gebeten, eine Wagensegnung durchzuführen. „Ich habe schon bei der Segnung im Vorjahr gefehlt, weil ich der Meinung bin, dass Weltanschauungsgemeinschaften bei dieser Veranstaltung nichts verloren haben. Ansonsten möchte ich dazu auch nichts sagen, weil es nicht schon wieder Theater wegen diesem Thema geben soll.“

Frank Heidkamp allerdings fiel es wahrscheinlich gar nicht auf, und den anwesenden 300 Jecken wahrscheinlich auch nicht, dass Tilly kurzzeitig die Halle verlassen hatte. Der Stadtdechant ging auch noch auf die schrecklichen Ereignisse in Hanau ein: „Rassismus und Hass haben sich breitgemacht, aber wir werden zeigen, dass wir damit nichts zu tun haben und werden gemeinsam einen tollen Karneval feiern. Außerdem kann die Gemeinschaft der Jecken am Rosenmontag ein gutes Zeichen für Toleranz setzen.“ Natürlich schickte Heidkamp noch eine Bitte an den Wettergott: „Schenke uns einen schönen Rosenmontag.“ Der OB lobte Tilly und seine Wagenbauer und sprach auch über Hanau: „Wir haben den schönsten Zoch. Damit gehören wir eindeutig zur Weltspitze und beherrschen die Schlagzeilen in der Presse. Wir werden Montag aber auch mit den Gedanken an die Opfer von Hanau feiern.“