„ProWein goes City“ in Düsseldorf Eine Weinprobe zwischen Oldtimern in der Classic Remise

Düsseldorf · Bei der Auftaktveranstaltung der Reihe „ProWein goes City“ wurde der Inklusionswein „Das blaue Schaf“ präsentiert. Viele Besucher waren dafür in die Classic Remise gekommen. Noch bis Dienstag gibt es in der Stadt Programm.

 Winzer Kristian Dautermann (l.) und Weinexperte Axel Gesser mit ihrem Wein „Blaues Schaf“.

Winzer Kristian Dautermann (l.) und Weinexperte Axel Gesser mit ihrem Wein „Blaues Schaf“.

Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen

Bei mehr als 100 Veranstaltungen in der Stadt können Weinliebhaber in diesen Tagen auf ihre Kosten kommen. Parallel zur Messe ProWein, die nur Fachpublikum in den Messehallen vorbehalten ist, gibt es bis zum 12. März die Begleitreihe „ProWein goes City“. Das Auftaktevent bildete jetzt ein Genussabend mit vielen Gästen zwischen Oldtimern und blauen Schafen in der Düsseldorfer Classic Remise.

Vorgestellt wurde am Donnerstagabend der Inklusionswein „Das blaue Schaf“. Dies sei ein Herzensprojekt, wie Weinexperte Axel Gesser bekräftigte: „Wir wollen damit zeigen, dass wir alle zusammengehören und sagen: Gemeinsam sind wir stark.“ Den Grundstein für das Projekt legte Winzer Kristian Dautermann, der selbst einen älteren Bruder mit Behinderung hat. Insgesamt 15 junge Menschen aus einer ortsansässigen Behindertenwerkstatt ernten die Trauben in Dautermanns Weinbergen, um ein Zeichen für Inklusion und Toleranz zu setzen. Beim Event in Düsseldorf konnten Besucher den Pinot Noir, Jahrgang 2018, gewachsen in Ingelheim auf Kalksteinböden, probieren.

Auch der Abend selbst
diente einem guten Zweck

Insgesamt hat sich das „Blaue-Schaf“-Team auf die Fahne geschrieben, Menschen mit Behinderung zu integrieren. „Wir möchten, dass sie sich zeigen, dass sie mitmachen. Denn sie wollen und können“, heißt es von den Initiatoren. Die Idee, mit einem Charity-Projekt Denkanstöße zu geben, führte Winzer Dautermann und den Weinexperten Gesser zu dem Aktionskünstler Rainer Bonk. Seine bekannten Kunstwerke – blaue Schafe – stehen für Toleranz. Die Schafherde gilt als Symbol des friedlichen Zusammenlebens. Aufmerksamkeit war dem Team des „Blauen Schafs“ zum Auftakt der „ProWein goes city“ jedenfalls auch dank der Kunst nun gewiss.

Auch der Abend selbst diente einem guten Zweck: „Der Erlös aus der abendlichen Tombola kommt einem inklusiven Sportprojekt der Lebenshilfe Düsseldorf für Kinder und Jugendliche zu Gute“, sagte Thomas Kötter, Geschäftsführer der Destination Düsseldorf (DD), zu Beginn des Abends. Die Aktion „ProWein goes City“ ist eine gemeinsame Initiative der Messe Düsseldorf und der DD. So konnten bei der Tombola insgesamt 2000 Euro (aufgerundet durch die DD) eingenommen werden.

„Wir sind mit ,ProWein goes City‘ wieder auf Vor-Corona-Niveau, das Programm wird sehr gut angenommen, und es ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei“ sagte Kötter. Aus seiner Sicht sei für den Erfolg die starke ProWein-Messe unverzichtbar. „Wir sollten gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, dass die ProWein die starke Messe bleibt, die sie in den letzten 30 Jahren geworden ist“, sagte er. Zwar ist die ProWein in Düsseldorf immer noch eine weltweite Leitmesse in ihrem Bereich. Im Vergleich zu den Vorjahren ist sie aber geschrumpft: 2024 präsentieren etwa 5400 Aussteller aus 65 Ländern ihre Neuheiten, 2023 waren noch 400 Aussteller mehr gekommen.

Neben einer Führung mit Erläuterungen zu den besonderen Fahrzeugen in der Classic Remise hatten die Gäste beim Auftakt von „ProWein goes City“ Gelegenheit, Weingüter und Hersteller kennenzulernen. Darunter waren beispielsweise Henkell Freixenet mit alkoholischen und nicht-alkoholischen Produkten, das vom Magazin Falstaff prämierte Weingut Schloss Ortenberg (Baden), das VDP Weingut Zur Schwane (Franken) sowie das Weingut Greszta (Mosel).

Neben dem Inklusionswein gab es für die Besucher außerdem Präsentationen von Winzern aus sechs Nationen. Touristische und kulinarische Highlights des Rheingaus präsentierte Kultur- und Weinbotschafter Markus J. Eser. Er stellte dazu ausgewählte Weine der „Rheingau Monumente“ vor, eine Kooperation der renommierten Weingüter Kloster Eberbach, Schloss Vollrads und Schloss Johannisberg.

Vertreten waren außerdem Winzer aus Europa und erstmalig auch Bolivien – darunter das Weingut Château Charmail (Haut Médoc, Frankreich), die katalanischen Weinkellereien Coca i Fitó, Clos Montblanc und Casa Mariol (Katalonien, Spanien), Bodegas Riojanas (Rioja, Spanien) das Weingut Puklavec (Slowenien) sowie die Bodegas La Concepción und Magnus (Bolivien).