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Düsseldorf: Pächter für das Rathaus-Café steht nun fest

Rathaus-Café : Kultur und Feiern im Rathauskeller

Am 1. November wird die Agentur ZackBumm zum Betreiber. Der Raum wurde lange renoviert.

Seit Jahren gibt es ein großes Hin und Her um die Idee eines Rathaus-Cafés im Gewölbekeller. Bewerber gab es reichlich. Zuerst brachte sich Heino ins Gespräch. „Ein Rathaus-Café in meiner Heimatstadt an so einem Platz könnte ich mir schon gut vorstellen“, sagte der gebürtige Oberbilker 2015.

Und auch der ehemalige Eisbahnbetreiber Titus Jacobs sah sich schon am Ziel seiner Träume und den Wein ausschenken: „Aber ich mache den Sekt erst auf, wenn der Vertrag unterschrieben ist und die Tinte trocken ist“, sagte er damals. Heiner Kamps, Karl-Heinz Gatzweiler und Florian Conzen bekundeten ebenfalls ihr Interesse.

Doch sie alle schauten in die Röhre, denn seit Montag ist klar, der neue Betreiber ab dem 1. November ist die Veranstaltungsagentur „ZackBumm“, die sich 2017 ins Gespräch gebracht hatte. Die Agentur ist in Düsseldorf unter anderem für Zwischennutzungen wie das Postpost und Ergo Ipsum oder aber auch das Open Source Festival bekannt, das in diesem Jahr zum letzten Mal organisiert wurde.

Zunächst sollen verschiedene Formate ausprobiert werden

Der neue Vertrag ist auf 18 Monate befristet. Und das hat auch einen besonderen Grund. „Eigentlich ist es bisher nur ein Keller, der in der Öffentlichkeit nicht als Gastronomie wahrgenommen wird. Und von der Location her wird das auch kein Selbstläufer“, sagt Christian Fleischer, Inhaber von ZackBumm. Zunächst sollen dort verschiedene Formate vor allem kultureller Natur ausprobiert werden, aber auch Hochzeiten und Geburtstage sollen dort gefeiert werden. Später erst ist eine dauerhafte Gastronomie-Nutzung vorgesehen.

Ein Grund dafür, dass es so lange gedauert hat, bis der Vertrag unterzeichnet wurde, war, dass der Ratskeller und die Technik im Rathaus umfangreichen Renovierungsarbeiten unterzogen werden mussten. In der Küche durften bisher keine warmen Speisen zubereitet werden, man durfte sie nur warm halten. Außerdem entsprach der Brandschutz nicht mehr den aktuellen Bestimmungen. Kein Wunder, denn die letzte Komplettrenovierung wurde 1964 durchgeführt.

„Das war eine Operation am offenen Herzen. Die Renovierungsarbeiten mussten wegen des laufenden Betriebes überwiegend in der Nacht oder am Wochenende ausgeführt werden“, erklärte Kämmerin Dorothée Schneider. Insgesamt wurden 3,85 Millionen Euro verbaut. Ein Großteil dieser Investition verschlang die neue Mittelspannungsanlage, die das gesamte Rathaus und den Vorplatz bei Veranstaltungen, wie den Weihnachtsmarkt, mit Strom versorgt. In der neuen Edelstahlküche kann nun nach Herzenslust gekocht werden. „Das ist allerdings keine Luxusausführung sondern eine moderne Bistro-Küche“, sagt Schneider.

Zudem wurden eine neue Lichtanlage, Lüftung, Personal-WCs und ein Duschraum eingebaut. Durch die neue Lichtanlage und die neuen Fenster wirkt der Raum modern und sehr gemütlich. Tische und Stühle wurden ebenfalls neu angeschafft und die Sitzbänke wurden gepolstert. Platz ist für 150 Gäste. „Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und es war nicht möglich, einen Aufzug einzubauen. Der Zugang ist daher nur über eine Treppe möglich“, sagt Schneider. Ob im Sommer vor dem Rathaus eine Terrasse aufgebaut wird, wollte Dorothée Schneider noch nicht bestätigen: „Das ist noch nicht festgelegt, hat aber auch noch Zeit, weil wir ja nun in den Winter gehen.“