Einblicke in den Groß-Umbau im Sevens AOK bezieht zwei Etagen im Sevens an der Kö – und mit ihr sogar eine Zahnklinik

Düsseldorf · 90 Beschäftigte der Krankenkasse arbeiten ab 2025 in dem neuen AOK-Haus in der Innenstadt. Auch die Zahnklinik zieht mit.

Ein Empfang mit viel Grün – so soll es in dem neuen AOK-Haus im Einkaufszentrum „Sevens“ aussehen.

Ein Empfang mit viel Grün – so soll es in dem neuen AOK-Haus im Einkaufszentrum „Sevens“ aussehen.

Foto: kplus konzept/kPlus konzept

Eines der spannendsten Umbauprojekte von Handelsflächen zu Büros läuft aktuell im Einkaufszentrum Sevens an der Königsallee. Zwei dort bis vor kurzem vom Elektronik-Händler Saturn genutzte Etagen sollen ab dem kommenden Jahr das neue AOK-Haus beherbergen, 3300 Quadratmeter Fläche, zugänglich über das Center ebenso wie von der Steinstraße aus.

Denn die Regionaldirektion Düsseldorf der Krankenkasse gibt ihre langjährige Zentrale an der nahen Kasernenstraße auf. „Das alte Gebäude an der Kasernenstraße ist für unser Gesamtkonzept einfach nicht mehr geeignet; vor allem ist es deutlich zu groß“, sagt Regionaldirektorin Stefanie Betzer: „So etwas muss man sich nicht mehr leisten, zumal es hier um den verantwortungsvollen Umgang mit Versichertengeldern geht.“

Ein Teil des Umzugs steht bereits in diesem Jahr im Spätsommer an: In einem neuen Bürohaus an der Wanheimer Straße nahe dem Flughafen sollen dann insgesamt 1800 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze haben, die zuvor an der Kasernenstraße und anderen Orten tätig waren. Weitere 300 sind schon an den Mündelheimer Weg gezogen. Was sie alle gemeinsam haben: Ihre Tätigkeiten sind kundenfern, sie müssen nicht für die Versicherten direkt ansprechbar sein. Viele Unternehmen entscheiden sich inzwischen dafür, die Büros solcher Abteilungen in die Außenbezirke zu verlegen, wo Büros deutlich günstiger zu haben sind.

„Gleichzeitig war es für uns sehr wichtig, dass die kundennahen Dienstleistungen weiter in der Innenstadt bleiben, wo sie für die Versicherten einfach erreichbar sind“, sagt Stefanie Betzer. „Wir wollen die Gesundheit und die Gesundheitskompetenz auch ganz buchstäblich nicht an den Rand schieben.“ Schließlich habe man dem eigenen Markenkern als Ortskrankenkasse treu bleiben wollen.

Dass es dann die Räume in Bestlage an der Kö wurden, überrascht auf den ersten Blick, war aber der Regionaldirektorin zufolge Ergebnis eines sorgfältigen Auswahlprozesses mit strikten Kriterien – und einer Suche, die sich auf einem Markt wie dem in Düsseldorf nicht eben einfach gestaltete. „Es fielen alle Flächen weg, die zu groß sind oder bei denen enorme Kosten angefallen wären.“

Etwas mehr als eine Randnotiz ist es in diesem Zusammenhang wohl, dass die neue Adresse der AOK offiziell an der Steinstraße liegt. Das ist der Tatsache geschuldet, dass sich hier der Haupteingang (samt barrierefreiem Zugang) zu den neuen Räumen befinden wird. Aber es signalisiert auch, dass man nicht gezielt eine „Prestige-Adresse“ an der Edelmeile für sich gewählt hat, wie es früher bei Kanzleien und Beratern gern der Fall war. „Es würde auch gar nicht zu unserem Stil und unserem Auftrag passen, uns gezielt eine Kö-Adresse zuzulegen“, sagt Betzer. Über die Miete in der zentralen Lage hatte es Gerüchte gegeben, von 40 Euro je Quadratmeter war die Rede gewesen. Eine Sprecherin der AOK hatte das aber bereits dementiert, Regionaldirektorin Stefanie Betzer verweist nur darauf, dass über die Miete Stillschweigen vereinbart wurde.

In den neuen Büros im Stadtzentrum werden – wenn alles nach Plan läuft, ab dem 2. Quartal 2025 – rund 90 Personen arbeiten, etwa die Beraterinnen und Berater sowie die Patientenbegleiter. Also jene Beschäftigten, die direkt Besuch von den Versicherten bekommen. Die Gespräche finden auf einer einladend gestalteten offenen Fläche statt, für diskrete Konversationen stehen aber auch kleine Einzelflächen zur Verfügung. Dazu kommen eine Ausstellungsfläche, ein Seminarraum und der „Erlebnisraum U-Boot“, ein schon an der Kasernenstraße beliebtes Angebot, bei dem Kinder spielerisch mehr über die U-Untersuchungen erfahren.

Noch sind die Räume eine Baustelle, aber Visualisierungen zeigen bereits die Pläne des Kreativstudios Kplus-Konzept für die Flächen. Das Düsseldorfer Unternehmen hat für die AOK Rheinland-Hamburg ein bereits mit Designpreisen ausgezeichnetes Gesamtkonzept entworfen, das in insgesamt 60 AOK-Geschäftsstellen und AOK-Häusern umgesetzt wird. Unter anderem ist das schon in Mönchengladbach und Aachen zu sehen, in Ratingen und Mettmann.

Eine Zahnklinik, kombiniert
mit Wohnzimmeratmosphäre

Wiederkehrende Merkmale sind etwa die Echtpflanzenwand mit dem aktualisierten Logo am Empfang; ein Bodenbelag in heller Holzoptik, offene Flächen, unterschiedliche Sitzmöbel für verschiedene Vorlieben, viel Holz und viel Grün. Eine „Wohnzimmeratmosphäre“ für die Beratungen verspricht sich die Krankenkasse davon, und natürlich auch ein angenehmes Arbeitsklima für die Beschäftigten.

Und noch ein Service der AOK zieht an die Steinstraße um: die Zahnklinik, die manche hinter vorgehaltener Hand auch „geheime Zahnklinik“ nennen, weil das Angebot gemessen an seinem Umfang in der Stadt vergleichsweise unbekannt ist. „Wir sind sehr stolz auf dieses besondere Angebot und wollen gerne noch mehr Werbung dafür machen“, sagt Stefanie Betzer und räumt ein: „Selbst viele AOK-Mitglieder kennen die Zahnklinik noch nicht und wissen nicht, welche Services wir dort anbieten.“ Dabei ist der Service hier umfassend: Allein 40 der 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Steinstraße entfallen auf die Zahnklinik; darunter sechs Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie zwei Kieferorthopädinnen.

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