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Düsseldorf: Neue Pläne für den Umbau des Hauptbahnhofes

Düsseldorf : Höherer Turm, größere Halle, neuer Platz: Wann geht’s los am Hauptbahnhof?

Stadt und Deutsche Bahn bringen jetzt ihre modifizierten Pläne für den Umbau des Hauptbahnhofes und die Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes in die Politik und die Öffentlichkeitsbeteiligung ein.

Vor gut zwei Jahren schon lagen die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs vor. Nun jedoch soll das von der DB zu bauende Hochaus mit ganz vielen Büros aufgrund von Abstandsregelungen schlanker, aber höher ausfallen: 115 statt 101 Meter. Damit wäre der Tower gut 80 Meter höher als der alte Uhrenturm am Südeingang.

Die große Frage ist: Kann und wird das die Bahn jemals realisieren? Die letzte Rahmenvereinbarung zwischen Stadt und DB wurde im Dezember 2019 unterschrieben – bevor die Coronakrise ein Milliardenloch in die Kasse riss. Hinzu kommt: Großprojekte, an denen die DB beteiligt ist, dauern in Düsseldorf oft extrem lange. Der Umbau des Adenauer-Platz zum Beispiel wird seit 2004 angekündigt, passiert ist seitdem so gut wie nichts.

Neben dem Hochhaus soll die DB aber auch das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes ganz neu aufbauen und massiv erweitern. Sechs Etagen sehen die Pläne vor, für Restaurants, ein Hotel und Büroflächen. Der Denkmalschutz steht dem wohl nicht entgegen, da von der Originalsubstanz des 1936 fertig gestellten Bahnhofsgebäudes ohnehin bis auf die Fassade nicht mehr viel übrig ist. Und die wird erhalten.

Trotz aller Skepsis mit Blick auf den Bauherrn will man in der Politik nicht verzagen. „Gerade jetzt, wenn die Folgen von Corona immer sichtbarer werden, braucht Düsseldorf dieses positive, wichtige Projekt“, sagt Andreas Hartnigk (CDU) und fordert, dass dafür alle Beteiligten auch wirklich alles geben: „Warum soll  es dann nicht in fünf Jahren endlich dieses neues Entree geben?“

Nun, selbst diese fünf Jahre scheinen sehr ambitioniert. Und das gilt auch für den Projektpartner Stadt, der für den Umbau des Adenauer-Platzes verantwortlich ist. Denn auch diese Planung ist zwar durchaus ansprechend, aber auch – gelinde gesagt – anspruchsvoll. Zunächst einmal wird der Platz in zwei Hälften geteilt: Die nördliche zum Kino hin bietet Taxi- und Kurzzeit-Parkplätze; der südliche Teil soll zum Ruhe- und Verweilbereich, zum „attraktiven Ankunftsort“ werden, der,  etwa durch einen Brunnen, sogar Aufenthaltsqualität bietet. Außerdem aber sollen auch die Straßenbahnhaltestellen auf 80 Meter verlängert und barrierefrei ausgebaut werden. Hinzu kommen neue Bus-Haltestellen und 2300 öffentliche Fahrradstellplätze. Allein 1500 sind in einer unterirdischen Rad-Garage im  ungenutzten Bunker unter dem Platz vorgesehen. Sie soll sowohl per Treppe auf dem Platz, als auch über Rampen von der Bismarckstraße erreichbar sein.