Schulbau unter Preisdruck Darum kostet die neue Düsseldorfer Gesamtschule gut sechs Millionen Euro mehr

Düsseldorf · Mit dem Standort in Heerdt schließt die Stadt eine Lücke. Nach wie vor fehlen in Düsseldorf in dieser Schulform Plätze.

Das Richtfest an der neuen Gesamtschule fand im Februar statt.

Das Richtfest an der neuen Gesamtschule fand im Februar statt.

Foto: Stadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister

Düsseldorfs neue Gesamtschule an der Aldekerkstraße, die im August mit ihrem ersten Jahrgang startet, wird deutlich teurer als bislang geplant. Statt 68,2 Millionen Euro soll der Standort im Stadtteil Heerdt nun inklusive Ausstattung und Inventar 74,5 Millionen Euro kosten. Das entspricht einem Anstieg von 6,3 Millionen Euro. Im Vergleich zum ursprünglichen Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss bedeutet das ein Plus von 9,2 Prozent.

Verantwortlich für die Mehrkosten in siebenstelliger Höhe ist nach Einschätzung der Stadt ein nicht vorhersehbarer Sprung bei den Baukosten. Hier waren die Experten in ihrer Prognose zunächst von knapp zehn Prozent für die Zeit zwischen September 2021 und September 2023 ausgegangen. Tatsächlich liegt der vom Statistischen Landesamt ermittelte Wert für diesen Zeitraum aber bei 21,8 Prozent. „Dieser enorme Zuwachs ist den geopolitischen Gegebenheiten geschuldet“, so die Schulbau-Experten in ihrer Analyse für die politischen Gremien. „Gemessen daran ist es ein Erfolg, dass wir den Kostensprung im konkreten Fall auf unter zehn Prozent deckeln konnten“, sagt Dagmar Wandt, Leiterin des Amtes für Schule und Bildung.

Für die zusätzlichen Ausgaben für das Bauprojekt sollen nun externe Investitions- oder Liquiditätskredite aufgenommen werden. Die Deckung erfolgt aus dem Gesamthaushalt. Darüber entscheiden wird nach Vorberatungen in den Fachausschüssen der Rat in seiner für Mai geplanten Sitzung. Um die im Linksrheinischen dringend benötigten Gesamtschul-Plätze sowie eine auch für Vereine nutzbare Dreifach-Sporthalle zu errichten, hatte die Schulbaufirma IPM mit der Nesseler Bau GmbH einen sogenannten Totalunternehmer gewinnen können.

Teil des Vertrags mit der Firma ist eine am Preisindex für Bürogebäude orientierte Anpassungsklausel. Steigt der Index, erhöht sich in der Folge auch die ursprünglich vereinbarte Pauschalsumme für den Bau. Diese hatte ursprünglich bei rund 54,5 Millionen Euro (reine Baukosten) gelegen. Wandt hält eine solche Indexklausel für strategisch klug. „Sonst läuft man Gefahr, dass ein Totalunternehmer an Dingen spart, die auf Kosten der Sicherheit oder Funktionalität gehen. Oder dass er wegen der unerwartet hohen Mehrkosten sogar in die Insolvenz geht.“

Für die Stadt ist die aktuelle Preisentwicklung eine Herausforderung. Denn die steigenden Baupreise führen dazu, dass das ambitionierte Düsseldorfer Schulbauprogramm insgesamt immer teurer wird. Schon jetzt werden die Gesamtausgaben auf rund 1,5 Milliarden Euro (gerechnet ab 2014) geschätzt. Zu den Projekten jenseits der 100-Millionen-Schwelle gehört neben dem neuen Luisen-Gymnasium auch der Neubau zweier Schulen in Benrath („Rochade“).

(jj)
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