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Düsseldorf: Mit einem tragbaren Computer Pferdeleben retten

Digital Demo Day : Mit einem tragbaren Computer Pferdeleben retten

Beim Digital Demo Day auf dem Areal Böhler präsentierten sich Startups und Unternehmen an über 100 Ständen. Auch aus Düsseldorf waren gute Ideen dabei.

Es scheint, als würde der Strom an jungen Menschen mit guten Ideen und dem Mut, diese in die Tat umzusetzen nicht versiegen. Als ob immer wieder irgendwo kluge Köpfe auftauchen und wissen, wie man etwas noch einfacher, noch schneller, noch besser – oder einfach etwas ganz Neues machen kann. Zumindest kann man den Eindruck gewinnen, wenn man eine Veranstaltung wie den Digital Demo Day besucht. Dort konnten sich wieder Startups und Unternehmen an mehr als 100 Ständen vorstellen. Und die Ideen kommen aus den verschiedensten Richtungen. Auch einige Düsseldorfer Ideen waren dabei – hier eine kleine Auswahl.

Wenn es etwa darum geht, etwas einfacher zu gestalten, dann kann einem zum Beispiel Thomas Teichmann vom Düsseldorfer Unternehmen Scalue helfen. Zumindest wenn man ein mittelständisches Unternehmen führt. Das Programm des Unternehmens analysiert Einkaufsdaten – ganz kurz gefasst. Genauer: Die Daten, die ein Einkäufer vor sich hat, werden analysiert und geordnet, sodass er auf den ersten Blick sehen kann, wo er etwas einsparen kann. „Die Analyse steht sofort bereit und kann auf verschiedene Weise gefiltert werden“, sagt Teichmann. Ihr liegen Datenmengen zugrunde, die ohne eine Analyse vom Computer wohl niemand so einfach überblicken kann. Einsparen kann ein Unternehmer dann, weil er vielleicht erkennt, dass er zu viele verschiedene Lieferanten hat und hier umplanen könnte. Oder, wenn er einen besseren Überblick über Materialkosten hat.

Etwas greifbarer ist die Arbeit von Andreas Becker und „Cabasus“. „Wir retten Pferdeleben“, sagt er kurz und knapp. Genauer: Das Unternehmen entwickelt ein so genanntes Wearable, also ein tragbares Computersystem für Pferde, das Gesundheitsdaten abfragt. Das Besondere an Cabasus ist, dass es dabei eben nicht nur um Fitness- und Trainingsaspekte geht, sondern auch um den Gesundheitszustand. „Koliken können ein großes Problem für Pferde sein“, sagt Becker. Meistens treten die, die er mit einem Herzinfarkt beim Menschen vergleicht, auf, wenn der Pferdebesitzer nicht in der Nähe ist. Das Gerät von Cabasus erkennt eine Kolik und sendet dann eine Nachricht an das Smartphone des Besitzers – und verhindert so Schlimmeres. „Es eignet sich für Hobby- wie für Sportreiter“, sagt Becker.

Auch um Gesundheit geht es bei „Weltenmacher“. Das Team entwickelt Lernsoftware für den medizinischen Bereich. „Ein Patient kann damit zum Beispiel lernen, wie er selbst zu Hause eine Dialyse vornehmen kann“, sagt Jonathan Natzel vom Startup. Eine Dialyse zu Hause durchführen zu können, kann für Patienten viel mehr Freiheit bedeuten. Allerdings müssen bestimmte Hygienevorschriften befolgt werden, damit sich nichts infiziert oder entzündet. Die Software von Weltenmacher erklärt spielerisch und mit Einsatz von Virtual Reality, wie das genau funktioniert und was man beachten muss.

Erklären – das kann auch die Anwendung von „Kauz“. Bei diesem Startup entwickeln Rebekka Heidel und die anderen Mitarbeiter sogenannte Chatbots - also ein System, dem ein Nutzer zum Beispiel Fragen stellen kann auf das es automatisch antwortet. Solche Systeme gebe es zwar schon, doch bei Kauz liegt dem eine ganz andere Methode zugrunde. Nämlich eine linguistische. „Wir versuchen, das System so zu gestalten, dass es den Nutzer besser versteht“, sagt Rebekka Heidel. Dann könne der Bot auch präziser antworten.

Eingesetzt werden solche Anwendungen vor allem im Kundenservice, aber auch bei einer Produktberatung. „Bei vielen solchen Bots sind bestimmte Stichwörter notwendig. Wenn die fehlen, wird der Nutzer nicht verstanden“, sagt Heidel. Wenn man etwa in einer Folgefrage ein Stichwort ersetzt und nicht mehr den Produktnamen nennt. Weil ihrer mehr mit Kontext arbeitet, entstehe ein natürlicheres Gespräch, bei dem die Nutzer sich besser verstanden fühlen.

Der Digital Demo Day fand bereits zum dritten Mal statt. Dahinter steckt der „Digihub Düsseldorf/Rheinland“, der auf eine Initative des Landes NRW zurückgeht und es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mittelstand, Startups, Hochschlen und Konzerne zusammen zu bringen.