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Düsseldorf meldet 207 bestätigte Coronavirus-Fälle am Freitag

Düsseldorf : Coronavirus-Tests: OB Geisel kündigt Drive-In-Station in Düsseldorf an

Die Grünen fordern ein Betretungsverbot. OB Geisel wendet sich per Videobotschaft an die Bürger, die Stadt weitet Hilfsmaßnahmen für Unternehmen und Obdachlose aus.

Während Nachbarstädte wie Wuppertal oder Leverkusen die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verschärfen und Treffen von zwei oder mehr Personen in der Öffentlichkeit verbieten (außer Familien) oder Friseurläden schließen, belässt es die Stadt Düsseldorf bei der Umsetzung der Verfügungen des Landes. Die Grünen kritisieren das und fordern in einem Offenen Brief an OB Geisel und die Mitglieder des Krisenstabes ein eingeschränktes Betretungsverbot im öffentlichen Raum, die Schließung der kompletten Gastronomie sowie den Ausbau der Virus-Testkapazitäten. Denn die bisherigen Einschränkungen und Appelle an die Bevölkerung hätten noch keine ausreichende Wirkung erzielt.

Zahlen

Tatsächlich bestätigen die neuen Corona-Zahlen die geringe Anzahl von Tests in Form von Rachenabstrichen. 73 wurden am Freitag vorgenommen. Und so stieg die Zahl der nachgewiesenen Fälle nur minimal – von 198 auf 207. 16 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, davon sieben auf Intensivstationen; rund 350 Düsseldorfer befinden sich in häuslicher Quarantäne. 888 Anrufe von Bürgern wurden am Freitag am Infotelefon unter 0211-899 6090 angenommen. Die Stadt rät, auch außerhalb der üblichen Dienstzeiten anzurufen, es ist rund um die Uhr besetzt.

Hilfen für die Wirtschaft 

Akut von einer Insolvenz bedrohte Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf können bei der Stadt eine pauschale Finanzhilfe als Überbrückung beantragen. Antragssteller müssen den Zusammenhang mit der Corona-Pandemie über einzureichende Unterlagen nachweisen. Diese Überbrückung wird angeboten, bis andere Unterstützungsprogramme von EU, Bund und Land greifen. Bis Freitag sind laut Stadt rund 200 Anträge eingegangen. Die ersten Zahlungen würden bereits am Montag angewiesen. Die Information zur Gewährung erhalten die Antragsteller ebenfalls kommenden Montag, so die Stadt.

Videobotschaft 

OB Thomas Geisel hat sich am Freitag mit einer weiteren Videobotschaft an die Düsseldorfer gewandt. Er fasst die von der Stadt bislang getroffenen Maßnahmen zusammen und dankt den professionellen und ehrenamtlichen Helfern für ihr großes Engagement in dieser Krise. Zudem kündigte der OB an, sehr zeitnah die Testkapazitäten auf das Coronavirus um einen Drive-In-Service zu erweitern. Erneut verwies er auf Hilfsmaßnahmen der Stadt auch für Gastronomen, bei denen die Stadt auf Terrassen-, Abfall und Straßenreinigungsgebühren sowie Gewerbesteuer-Vorabzahlungen bis auf weiteres verzichte.

Hilfe für Wohnungslose

Obdachlose und ihre Helfer haben es jetzt besonders schwer. Deshalb hat die Stadt weitere Hilfsmaßnahmen eingeleitet. So werden ab Montag zusätzliche Proviantpakete verteilt. Als Verteilstelle für den Streetwork Verbund dient die städtische Kantine an der Willi-Becker-Allee. Düsseldorfer Gastronomiebetriebe wie der Party-Service Fröhlich oder die Brauerei Schumacher beliefern Tagesstätten und Notunterkünfte, das Drogenhilfezentrum und Flingern mobil. Andere Einrichtungen wie der Gute-Nacht-Bus oder die Armenküche können ihre Bedarfe an die Stadt übermitteln. „Zudem arbeiten wir an weiteren Objekten, um die Tagesstätten zu entlasten und die Belegung in den Notschlafstellen zu entzerren“, sagt Amtsleiterin Miriam Koch.

Kirchliche Angebote

Weil in den Kirchen zunächst bis Ostern die Gottesdienste ausfallen, bieten auch evangelische Gemeinden in Düsseldorf digitale Formate an. Bei der Tersteegenkirche in Golzheim kann man den Gottesdienst am Sonntag zur gewohnten Zeit per Video erleben auf der Homepage

tersteegen.ekir.de.

Aus der Johanneskirche wird der Gottesdienst um 10 Uhr live im youtube-Kanal übertragen. Dort gibt es ausgewählte Gottesdienst-Videos auch nach der jeweiligen Live-Übertragung.

johanneskirche.org/live

Zudem gibt es ein stadtweites Seelsorgetelefon, an dem Pfarrer Peter Krogull Anfragen persönlich entgegennimmt: 0211 - 9 57 57 57 57; Mail: seelsorge@evdus.de