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Düsseldorf: "Man wohnt in einer Großstadt und doch im Dorf"

Interview : „Man wohnt in einer Großstadt und gleichzeitig im Dorf“

Interview Brigitte Schneider führt den Allgemeinen Bürgerverein Urdenbach und spricht über ihre Aufgaben.

Seit einem Monat ist Brigitte Schneider die neue Vorsitzende des Allgemeinen Bürgervereins Urdenbach (ABVU). Die Aufgabe ist für die 64-Jährige kein Neuland. Brigitte Schneider war 20 Jahre lang Schriftführerin im größten Heimatverein im Düsseldorfer Süden – etwa jeder zehnte Urdenbacher ist Mitglied im ABVU. Der Verein ist rührig und informiert drei Mal im Jahr in der „Kleinen Urdenbacher Post“ auch Nicht-Mitglieder, was im „Dorf mit Herz“ los ist. Wir haben mit der neuen Vorsitzenden und ihrem Stellvertreter Torsten Winter über die Herausforderungen des Amtes gesprochen.

Frau Schneider, was sind die Aufgaben des Allgemeinen Bürgervereins Urdenbach?

Brigitte Schneider: Die Aufgabe des Vereins ist, das Zusammenleben zu fördern, damit man nicht nebeneinander lebt. Wir organisieren jedes Jahr verschiedene Aktivitäten, an dem sich die Urdenbacher beteiligen können, zum Beispiel die Reinigung der Kämpe im April oder der Tanz in den Mai, zu dem wir jedes Jahr etwa  1000 Gäste erwarten. Weitere Aktionen sind der Handwerkermarkt im Seniorenheim, der Radfahrtag sowie in diesem Jahr das erste Mal das Entenrennen, das wir zusammen mit dem Lionsclub Düsseldorf Schloss-Benrath und der Stiftung It‘s for Kids organisieren. Das größte Ereignis findet immer am ersten Sonntag im Oktober statt: das Erntedankfest bietet vielen Gruppen aus dem Dorf eine Plattform, um sich zu treffen.
Torsten Winter: Der Verein kümmert sich auch um das Erscheinungsbild des Dorfes. Wir haben in den vergangenen 35 Jahren mehrere Kunstwerke angeschafft und pflegen diese, genauso wie 20 Blumenkübel, die dreimal im Jahr bepflanzt werden. Außerdem unterstützen wir Altenheime, Schulen und Kitas mit Spenden.

Welche Pläne haben Sie als Vorsitzende?

Schneider: Wir wollen die angefangenen Projekte zu Ende bringen. Zum Beispiel den Gruppenbaum, an dem Vereine und Gruppen ihr Logo hängen haben. Der jetzige ist morsch, bei einem Sturm sind Schilder heruntergefallen. Die Finanzierung steht, jetzt muss der neue Gruppenbaum noch gebaut werden. Die Schilder machen wir, noch ist unklar, wie das Logo aufgebracht wird. Ein weiteres Thema ist die Mitgliederwerbung. Durch die Erntedankgruppen werden zwar auch die Kinder mit ran gezogen, aber wir überlegen, wie wir weitere Mitglieder gewinnen können.
Winter: In Urdenbach wohnen mittlerweile auch viele Menschen, die keine Verbindung zum Ort haben. Die kennen Urdenbach gar nicht, weil sie sich nicht einbringen. Das ist schade. In Urdenbach steht zudem ein starker Generationenwechsel bevor. Viele Urdenbacher, die in den siebziger Jahren hier gebaut haben, sind jetzt um die 80 Jahre alt. Wir müssen also neue Generationen heranziehen, die den Gedanken weitertragen. Wir brauchen Menschen, die sich engagieren, damit wir die Tradition erhalten und auch noch in 20 Jahren feiern können.

Warum engagieren Sie sich in dem Allgemeinen Bürgerverein Urdenbach?

Schneider: Man wohnt in einer Großstadt und doch im Dorf. Hier ist das Miteinander wichtig. Man ist nicht allein und es gibt immer eine helfende Hand, wenn jemand ein Problem hat. Durch den Verein kennt man schon viele Leute.

In drei Jahren steht das 100-Jährige an. Was haben Sie dazu geplant?

Schneider: Wir haben schon einige Ideen, aber wir haben uns noch nicht entschieden, ob es ein riesiges Fest gibt oder mehrere Aktionen. Gefeiert wird aber auf jeden Fall.