Infoabend am 24. Januar in Werstener Pfarrheim Helfende Hände für Lebensmittelausgabe gesucht

Düsseldorf · Jahrzehntelang organisierten die Vinzentinerinnen die Lebensmittelausgabe an Bedürftige in Wersten. Als der Orden 2017 die Stadt verließ, sprang die katholische Gemeinde ein. Jetzt werden weitere Ehrenamtler gesucht.

Haben während der Lebensmittelausgabe viel zu tun: Andrea Pürkner (v.l.), Christel Schreiner und Beatrix Götz. Vor Ort werden die mitgebrachten Taschen für die bei der Ausgabe registrierten Menschen gefüllt. 

Haben während der Lebensmittelausgabe viel zu tun: Andrea Pürkner (v.l.), Christel Schreiner und Beatrix Götz. Vor Ort werden die mitgebrachten Taschen für die bei der Ausgabe registrierten Menschen gefüllt. 

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Die Schlange vor der Lebensmittelausgabe der Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen am Seiteneingang zum Pfarrhaus an der Burscheider Straße ist lang. Heute gibt es wie schon an den vergangenen beiden Dienstagen zur Ausgabezeit zusätzlich die Weihnachtstüten – beim Start der Aktion vor zwei Wochen sind 77 Tüten für 212 Personen ausgegeben worden. 400 Stück wurden insgesamt gepackt. Sie sind unter anderem gefüllt mit Schokolade und Fair-Trade-Kaffee – Luxusgüter für die Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen.

Mit Regenschirmen gegen den ständigen Niesel-Regen gewappnet stehen Männer, Frauen und Kinder fast jeden Alters in der Reihe und warten geduldig, bis sie an der Reihe sind. Ein Campingtischchen trennt an der Haustür den Außen- vom Innenbereich ab. Drinnen ist es wuselig: Die Ehrenamtler packen in die meist mitgebrachten Taschen Brot, haltbare Lebensmittel, Teilchen sowie frisches Obst.

Bis 2017 organisierten die in Wersten lebenden Vinzentinerinnen für Jahrzehnte die Ausgabestelle, die seit jeher autark von der Düsseldorfer Tafel agiert. Als der Orden die Stadt verließ, sprang die katholische Seelsorgeeinheit ein. Doch auch dort ist es so, dass einige Ehrenamtler inzwischen in einem Alter sind, wo manches nicht mehr so einfach geht. Wobei dass der 81-jährigen Christel Schreiner nicht anzumerken ist, vielleicht auch, weil sie sich viel ehrenamtlich engagiert. Für den Weihnachtsbasar hat sie fleißig gehäkelt. Manchmal tut sie das aber auch für sich und fertigt sich einen Pullover in Farben, die dem Winterwetter trotzen. Warum sie es für wichtig hält, sich auch in der Lebensmittelausgabe zu engagieren? Als sie sechs Jahre alt war, floh ihre Familie aus der DDR nach Westdeutschland: „Auch wir waren damals Flüchtlinge.“ Rolf Juesten ist seit nunmehr 14 Jahren dabei, er unterstützte schon die Vinzentinnerinen.

Um die Arbeit auf mehr Helfende zu verteilen, ist für den 24. Januar ein Infoabend angesetzt. Auf dem Flyer, der an den zentralen Stellen im Stadtteil aufgehängt werden soll, heißt es: „Nach Weggang der Vinzentinerinnen führen wir diesen wichtigen Dienst der Nächstenliebe ehrenamtlich weiter. Damit dies auch künftig gelingt, brauchen wir Eure Hilfe.“ Pastoralreferent Martin Kürble setzt zudem auf die Unterstützung der evangelischen Süd-Gemeinde. Dort sei in der Vergangenheit bereits etwa zum Erntedankfest zu Lebensmittelspenden aufgerufen worden. Von der Gemeinde sei man jetzt auf sie zugekommen, um abzuklären, ob nicht auch bei der Ausgabe Unterstützung per Manpower geleistet werden kann – gelebte Ökumene.

Einmal im Monat dürfen die Bedürftigen zur Ausgabestelle kommen und sich eindecken. Dabei weiß auch Pastoralreferentin Magdalena Overberg, dass der Inhalt der Tasche nur ein Zubrot ist. Sie berichtet, dass sich die Ausgabe komplett durch Spenden finanziert. Und die sind immer gerne gesehen (nur haltbare Lebensmittel)) und können montags von 10 bis 12 Uhr an der Burscheider Straße 24 abgegeben werden.

Andrea Pürkner eilt hin und her. Viel Zeit hat sie nicht, um Fragen zu beantworten. Aber so viel erzählt sie dann doch schnell: Sie sei noch nicht so lange dabei, etwa zwei Monate, und über die Tochter einer anderen Ehrenamtlerin, die ihre Nachbarin sei, auf die Ausgabe aufmerksam geworden.

Auch Beatrix Götz gehört zu den Neulingen im Team. Der Zufall habe sie darauf aufmerksam gemacht, dass die Lebensmittelausgabe Helfer sucht.

„Ich habe ein Päckchen weggebracht und da kam ich einer Ehrenamtlerin über ihr dortiges Engagement ins Gespräch.“ Da sie frisch in Rente gegangen sei, habe sie sowieso schon überlegt, dass sie sich ehrenamtlich engagieren wolle. Und es blieb nicht bei einer Absichtserklärung: Seit drei Wochen hilft sie nun immer dienstags von 14.30 bis 17 Uhr mit und hat außerdem Spaß dabei.

Da Beatrix Götz ganz in der Nähe wohnt, kann sie sogar zu Fuß gehen. Nächsten Dienstag öffnet die Lebensmittelausgabe das letzte Mal in diesem Jahr. Dann ist bis 2. Januar Winterpause.

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