Lal Batman stellt in Düsseldorf aus Der neue Stern am Kunsthimmel

Düsseldorf · Lal Batman ist 22 Jahre jung und gehört bereits jetzt zu den angesagten Künstlerinnen ihrer Generation. Bis 4. Februar präsentiert die Galerie Anna Laudel ihre erste Einzelausstellung in Deutschland: „Der Boden ist Lava“.

 Der Titel „Der Boden ist Lava“ ist auch der Name eines Spiels aus Batmans Kindertagen.

Der Titel „Der Boden ist Lava“ ist auch der Name eines Spiels aus Batmans Kindertagen.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Ihre aktuellen Arbeiten changieren zwischen Traum und Albtraum, Wirklichkeit und Fantasie. Lal Batman ist dabei, den internationalen Kunstmarkt zu erobern. Die 22-Jährige ist der aufsteigende Stern der Art-Szene, die mit ihrem Mix der Formen, Stile und Materialen den Zeitgeist widerspiegelt. Derzeit präsentiert Lal Batman in der Galerie von Anna Laudel Werke, die sie unter dem Titel „Der Boden ist Lava“ zusammenfasst.

„Als wir klein waren, hatten wir ein Spiel, das so hieß“, erzählt die in Bursa/Türkei geborene Künstlerin. „Wir liefen auf dem Schulhof herum, und sobald jemand rief, ‚der Boden ist Lava!‘, durften wir diesen Bereich nicht betreten und mussten einen anderen Weg finden“, fährt sie fort.

Lal ist aus der Türkei angereist. Drei Tage vor ihrer Vernissage werden ihre Kunstwerke in der Galerie aufgestellt. Das Haus an der Mühlenstraße erscheint ihr „wie ein Ruhepol im Treiben der Stadt drumherum“. Sie darf es auf zwei Etagen bespielen, was der Präsentation ihrer Installationen viel Raum gibt. Es ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen Künstlerin und Galeristin. Laudel präsentierte Batman bereits 2021 und 2022 in Istanbul.

Die Themen der Ausstellung
sind komplex und tiefgreifend

So sehr der Titel der Ausstellung an ein harmloses Kinderspiel erinnert, so komplex und tiefgreifend sind die Themen, mit denen sich Lal Batman darin auseinandersetzt. „Es sind Emotionen, die wir alle kennen und im Alltag erleben“, sagt sie und verweist darauf, dass die Inspiration aus eigenen Erfahrungen herrührt.

In ihren Bildern und Installationen setzt sich Batman mit Ängsten und Alpträumen auseinander. „Wir leben in unruhigen Zeiten. Die Nachrichten sind voll mit Kriegsbildern, Gräueltaten, Naturkatastrophen und düsteren Zukunftsprognosen“, zählt sie auf. Natürlich beschäftige sie sich damit, selbst dann, wenn sie eigentlich Urlaub in den Schweizer Bergen macht. „Ich verarbeite meine Träume und meine Alpträume in den Bildern“, erklärt sie bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Oft stehen Bilder und Installationen in Bezug zueinander, bilden gewissermaßen zwei Seiten einer Medaille ab. „Dunklen Gedanken stelle ich helle, positive gegenüber“, sagt Lal. Manche ihrer Arbeiten wirken surreal. „Das ist Absicht, ich nutze Dinge, die scheinbar keinen Bezug zueinander haben.“ In einer Installation taucht der Betrachtende in Batmans Traumwelt ab. Man sieht ihren schlafenden Kopf überlebensgroß, dahinter Videosequenzen, die eine Kuh mit einer Glocke um den Hals zeigen. Vor ihr tanzt ein Mensch mit einem mexikanischen Sombrero auf dem Kopf. „Wenn wir nach einem Traum aufwachen, versuchen wir manchmal, ihn festzuhalten, aufzuschreiben, was wir im Schlaf erlebt haben“, erzählt die 22-Jährige, und sie weiß, wie schwierig es sein kann, Traumsequenzen festhalten zu wollen. „Sie sind einfach zu flüchtig. Das habe ich versucht multidisziplinär darzustellen.“

Sie gehört der Generation der Digital Natives an. Instagram & Co. spielen auch in ihrem Leben und in ihrer Arbeit eine wichtige Rolle. Ihre Glas-Konstruktion im Eingangsbereich der Galerie, die wie ein durchsichtiges Haus aussieht, greift das Gefühl der Instagram-User auf, die über alles einen Filter legen, um die Realität zu verfremden, vermeintlich schöner zu machen.

„Der Boden ist Lava“ ist Lal Batmans erste Solo-Ausstellung in Deutschland, die sich in Stil und Form deutlich von ihren bisherigen Arbeiten mit ihren futuristischen Landschaften, Unterweltszenarien und Traumsequenzen abhebt.

Manches wirkt auf den ersten Blick grotesk, wie ein an der Wand hängender Schwan mit zwei Hälsen. Doch bei näherem Hinsehen ist er das verbindende Element zwischen zwei großformatigen Bildern. Ein Schwan, der „über beide wacht“, wie Lal Batman es beschreibt. Als multidisziplinäre Künstlerin experimentiert sie auch mit akustischen Reizen. Sie komponiert Soundtracks, die den Zuhörer in tranceartige Zustände bringen können, ihm so gewissermaßen den Zugang zur Zwischenwelt öffnen, wo Traum und Wirklichkeit verschwimmen.

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