Mehr als verdoppelt Kosten für Düsseldorfer Polizeipräsidium steigen und steigen

Düsseldorf · Sanierung und Umbau des Polizeipräsidiums dauern an und werden immer teurer. Einst sollten die Arbeiten 75 Millionen kosten, nun sind es 207 Millionen Euro.

ARCHIV - 23.02.2024, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Blick auf die Baustelle am Polizeipräsidium Düsseldorf. (zu dpa: «Kosten für Düsseldorfer Polizeipräsidium mehr als verdoppelt») Foto: Florian Gut/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 23.02.2024, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Blick auf die Baustelle am Polizeipräsidium Düsseldorf. (zu dpa: «Kosten für Düsseldorfer Polizeipräsidium mehr als verdoppelt») Foto: Florian Gut/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Foto: dpa/Florian Gut

(veke/dpa) Die Kosten für das Düsseldorfer Polizeipräsidium haben sich mehr als verdoppelt. Die Sanierung des alten Gebäudes und der Neubau am Jürgensplatz wurden 2010 mit 75 Millionen Euro veranschlagt. Doch ein Baustopp und zahlreiche Probleme haben die Arbeiten um Jahre verzögert und die Kosten in die Höhe getrieben. Als sie 2017 mit 130 Millionen Euro veranschlagt wurden, landete das Projekt im Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler. Jetzt wird aber deutlich, dass die Bauarbeiten mit mehr als 200 Millionen Euro zu Buche schlagen werden.

Das hat das NRW-Finanzministerium am Dienstag auf Anfrage der SPD-Fraktion mitgeteilt. Bereits Ende 2022 waren die Kosten demnach auf 207 Millionen Euro gestiegen. Ein Ende ist aktuell nicht in Sicht. Da die Arbeiten noch bis 2025 andauern sollten, könnten die Ausgaben noch weiter steigen.

Die Liste der Gründe für die Kostenexplosion ist lang. Der Baugrund sei schlechter als ursprünglich angenommen, ein Nachprüfungsverfahren habe zu Verzögerungen geführt, Baupreise seien gestiegen und die Polizei habe zwischenzeitlich Planänderungen wie zusätzliche Elektro-Ladestationen eingebracht. Die Pandemie und die geopolitische Lage hätten zu einem schwierigen Marktumfeld geführt.

Rissbildungen und eine Asbestsanierung hätten die Kosten zudem weiter in die Höhe getrieben. Die Bestandssubstanz sei schlechter als erwartet gewesen, und durch die Bauzeitverlängerung habe ein weiteres Ersatzgebäude angemietet werden müssen. Die Bausubstanz sei nach damals geltenden Vorschriften untersucht und auch der Denkmalschutz berücksichtigt worden, betonte das Ministerium.

Eigentlich sollte die Sanierung
bereits 2018 fertiggestellt sein

So hat sich auch der Termin für die geplante Fertigstellung immer wieder verschoben. Das denkmalgeschützte Präsidium aus dem Jahr 1928 sollte ursprünglich bis 2018 erweitert und saniert sein. Doch während die Erweiterung, ein Neubau, bereits 2020 fertig wurde, stehen vor der alten Fassade noch immer die Baugerüste. Zuletzt war der Abschluss der Sanierung um drei Jahre auf 2023 verschoben worden, doch auch daraus wurde nichts. Dem landeseigenen Baubetrieb BLB zufolge sollen die Arbeiten frühestens 2025 beendet sein.

Ein Vergabestreit hatte die Baustelle ein Jahr lang lahmgelegt, bis die Klage eines unterlegenen Bewerbers um den Auftrag schließlich als unbegründet verworfen wurde. Rhein-Hochwasser hatte dann für gestiegenes Grundwasser gesorgt und den Bau der dazugehörigen Tiefgarage um Monate verzögert.

Die Polizei musste derweil das Ersatzgebäude an der Haroldstraße, das zwischenzeitlich als Polizeipräsidium diente, räumen. An der Derendorfer Allee hat der BLB ein „Rotationsgebäude“ gekauft. Der Kaufpreis ist allerdings nicht bekannt, darüber habe man Vertraulichkeit vereinbart, heißt es.

Inzwischen wird über eine langfristige Anmietung des Gebäudes in Derendorf nachgedacht. Denn der Platzbedarf der Polizei ist gewachsen, schon jetzt steht fest, dass das Präsidium am Jürgensplatz zu klein sein wird, wenn es fertig ist. Aus Sicht von Polizeipräsidentin Miriam Brauns ist Derendorf nicht der ideale Standort. „Eine Polizei muss im Zentrum sein“, hatte sie im Interview gesagt.

(veke)