Vorsitzende rechnet mit hohem Schaden Verdacht auf Manipulation bei Kleingarten-Abrechnung

Düsseldorf · Der Kleingartenverein KGV Eller-Lierenfeld ist offenbar Opfer eines Betrugs geworden. Auf den Jahresabrechnungen soll es rätselhafte Manipulationen gegeben haben.

 Mehrere Pächter von Kleingärten in der Landeshauptstadt sollen betrogen worden sein.

Mehrere Pächter von Kleingärten in der Landeshauptstadt sollen betrogen worden sein.

Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

(mbo) Mehr als 200 Jahresabrechnungen haben Ute Ast und ihre Kollegen in den vergangenen Wochen an die Pächter des Kleingartenvereins Eller-Lierenfeld verschickt. „Sonst zahlen unserer Gärtner immer sehr pünktlich, sagt Ast, die Vorsitzende des Vereins ist. Doch in diesem Jahr seien die Beträge bisher nur vereinzelt auf dem Konto eingegangen. Der Grund: Auf den Briefen seien die Kontoverbindungen nachträglich manipuliert worden, wie Ast berichtet. „Viele Pächter haben das Geld auf ein falsches Konto überwiesen.“

Am 25. Februar hatte Ast gemeinsam mit der Kassiererin des Vereins die Abrechnungen in einen öffentlichen Briefkasten der Post eingeworfen. „Einige Tage später haben sich Pächter bei uns gemeldet und nach den Briefen gefragt, weil sie noch immer nicht bei ihnen angekommen waren“, sagt Ast. Zugestellt worden seien die Briefe schließlich erst Mitte März. „Danach haben sich wieder Leute an uns gewandt und diesmal gefragt, ob wir eine neue Kontoverbindung haben“, sagt Ast. Das sei der Moment gewesen, in dem sie stutzig geworden sei. Anhand von Fotos der zugestellten Briefe, die ihr die Pächter zuschickten, habe sie festgestellt, dass in der Rechnung falsche Kontoverbindungen angegeben wurden – anders als auf den ursprünglich verschickten Abrechnungen, wie die Vorsitzende erklärt. Über diesen rätselhaften Fall hatte der WDR zuerst berichtet.

Ein Sprecher der Deutschen Post betont auf Anfrage unserer Redaktion, dass eine Laufzeit von zwei Wochen vom Absenden bis zum Ankommen der Briefe nicht üblich sei. „Wir haben jedoch keinerlei Hinweise dafür, dass die Manipulation vorgenommen wurde, während die Briefe in unserem Einflussbereich waren“, teilt er mit.

Bislang gibt es 20 eindeutige Fälle, Tendenz steigend

Ute Ast geht davon aus, dass der durch die Manipulation entstandene Schaden bis zu 50 000 Euro betragen könnte. „Bisher haben wir rund 20 eindeutige Fälle“, sagt sie. Da aber insgesamt noch etwa 100 Rechnungen offen seien, rechne sie mit einer deutlich höheren Zahl an Betrugsfällen. Sie habe Anzeige bei der Polizei erstattet, sagt Ast. In den nächsten Tagen werde sie Mahnungen an die Gärtner schreiben müssen, deren Jahresbeitrag noch nicht auf dem Vereinskonto angekommen sei. Der Verein weist mittlerweile online auf die falsche Kontoverbindung hin.

Ein Sprecher der Polizei Düsseldorf bestätigte am Mittwoch, dass etwa eine „Handvoll“ Anzeigen zu dem Fall eingegangen seien. „Die Ermittlungen laufen“, sagte er. Zu der Schadenssumme könne er aktuell aber noch keine Aussage treffen.

Im Schnitt zahlen die Pächter der Kleingärten in Lierenfeld einen Jahresbeitrag von etwa 500 Euro. Der Kleingartenverein hat seine Anlage mit 220 Gärten an der Sudetenstraße.