Trotz des Aprilwetters in Düsseldorf Erstes Freibad hat eröffnet – so lief es

Düsseldorf · Auch Regen und Kälte konnten Schwimmer in Kaiserswerth nicht davon abhalten, der Saisoneröffnung des Freibades „Flossen weg“ beizuwohnen. Die sanierte Filteranlage garantiert jetzt eine noch bessere Wasserqualität.

Die Freundinnen Micky, Rosemarie und Andrea (v.l.) wollten trotz des miesen Wetters nicht auf das Anschwimmen verzichten.

Die Freundinnen Micky, Rosemarie und Andrea (v.l.) wollten trotz des miesen Wetters nicht auf das Anschwimmen verzichten.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Am Wochenende eröffnete das Kaiserswerther Freibad seine neue Badesaison. Um 13 gab Badleiterin Kerstin Kürten das Signal zum Reinspringen in das 26 Grad warme Wasser an der Kreuzbergstraße. Bereits zehn Minuten vorher wartete Sabine K. fröstelnd im Badeanzug auf den offiziellen Beginn. Die Wittlaererin ist seit vielen Jahren Mitglied des Vereins „Flossen weg“ und kommt, meist mit dem Fahrrad, beinahe jeden Tag zum Schwimmen hierher. „Flossen weg ist mein Lieblingsbad, aber in den Wintermonaten gehe ich auch regelmäßig ins Rheinbad“, erzählt sie nach den ersten Bahnen im frisch renovierten Becken.

Der Verein zählt mittlerweile
3000 Mitglieder

Vieles ist geschehen bei „Flossen weg“ in den sieben Monaten der badefreien Wintersaison. Zwei Stunden vor der Eröffnung erfuhren die Vereinsmitglieder auf ihrer Jahresversammlung einiges von den Veränderungen. Um diese Zeit regnete es noch, wie überhaupt der Eröffnungstag nicht mit gutem Wetter lockte. Die ersten Badegäste der neuen Saison konnten sich nicht an ein ähnlich fröstelndes „Anschwimmen“ erinnern. Nicht einmal die 26 Grad im Wasser waren garantiert, denn zahlreiche Schauer drückten zeitweise die Temperatur. „Gefühlt war es noch nie so kalt wie heute“, hieß es bei der Versammlung. Immerhin zeugte der Dampf über dem Becken vom Unterschied zwischen draußen und drinnen.

2015 zählte der Verein noch 1800 Mitglieder, inzwischen sind es 3000. Dabei sind alle Altersgruppen vertreten. Zu bestimmten Tageszeiten habe man allerdings einen anderen Eindruck, meinte ein Stammgast. Klar, die Senioren kommen, wenn andere Menschen arbeiten müssen, aber in den Morgenstunden finden auch immer wieder Eingewöhnungs- oder Schwimmkurse für Kinder statt. Überhaupt sind die zahlreichen Kurse ein großes Plus dieses Freibads. Für das „Seepferdchen“ oder ähnliche Abzeichen muss man sich sehr früh anmelden. Gleich am ersten Tag gab es bereits Anfragen für die Saison 2025. „Alles hängt bei uns von der Personalsituation ab“, erläuterte die Badleiterin. „Wir suchen ständig neue Mitarbeiter, die als Rettungsschwimmer ausgebildet sind und eine interessante Nebentätigkeit suchen.“

Kerstin Kürten zeigte allen Interessierten bei einem Rundgang, was sich verändert hat. Die Duschen zum Beispiel. Sie sind jetzt aus hygienischen Gründen ohne individuelle Abtrennungen. Oder das renovierte und in der vergangenen Saison besonders beliebte Becken für „Skindiving“. Besonders stolz aber ist man auf die gründliche Sanierung der Filteranlage mit dem Resultat hervorragender Wasserqualität. Mit der bereits bestehenden Solaranlage ist der Strompreis für das Freibad kein Kostenfaktor mehr.

Auf der Jahresversammlung mit gut zwei Dutzend Teilnehmern gaben die seit 2019 amtierenden Vorstandsmitglieder Arnd Christochowitz, Antje Müller-Naber, Thomas Teetz und André Turck satzungsgemäß Einblicke in den Jahresabschluss 2023. Wie zu erwarten, bilden die Personalkosten den größten Betrag auf der Ausgabenseite. „Insgesamt aber sind wir finanziell gut aufgestellt“, heißt es. „Wir könnten sogar eine ganze Saison ohne weitere Einnahmen überstehen.“ Neben den Mitgliedsbeiträgen und den Eintrittsgeldern gibt es von der Stadt einen jährlichen Zuschuss von derzeit 85 000 Euro. Bei der Umrechnung auf die einzelnen Besucher fielen aber in den öffentlichen Bädern weit größere Kosten an, versichert der Vorstand.

Die neue Saison hält viel Bewährtes bereit. Darunter sind auch Schnupperkurse im Tauchen. Beliebt ist die jährliche Mondschein-Übernachtung, diesmal am 8. Juni. Ebenso gern melden sich viele Kinder zum Ferien-Spaß in der ersten bis dritten Woche der Sommerferien an: „Manche Kinder wollten im letzten Jahr deswegen nicht mir den Eltern in den Urlaub fahren“, hieß es am Eröffnungstag. So wie die sechsjährige Sophie aus Lohausen, die im Vorjahr ihr Seepferdchen bestand und jetzt trotz des kühlen Wetters sofort ins Becken ging.

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