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Düsseldorf ist wieder Jedi-Stadt

Düsseldorf ist wieder Jedi-Stadt

Parallel-Universum: Die Science-Fiction-Fans treffen sich für drei Tage im Maritim-Hotel.

Düsseldorf. Am Osterwochenende wird das Maritim-Hotel am Flughafen zum Zentrum des Universums. Zwar handelt es sich dabei nur um ein Parallel-Universum, aber das ist für Star-Wars-Fans sowieso das einzig wahre. Auf der "Jedi-Con" (Jedi-Convention, also ein Treffen der Jedis), die am Karfreitag beginnt, dreht sich drei Tage lang alles um die von George Lucas erdachte Science-Fiction-Saga.

Martialische Sturmtruppen, zottelige Wookies, Kampfdroiden und putzige, kleine Ewoks werden sich bei dieser Krieg-der-Sterne-Konferenz in friedlicher Koexistenz zeigen. Gefeiert wird das dreißigjährige Bestehen des Weltraumabenteuers und die Gelegenheit, endlich wieder einmal unter rund 1200 Gleichgesinnten zu sein. Die in monatelanger liebevoller Kleinarbeit gefertigten Kostüme werden einem sachkundigen Publikum vorgeführt und in Lichtschwerter-Duellen soll sich erweisen, auf wessen Seite die Macht ist.

Wer sich hier trifft, ist Teil einer weltumspannenden und doch fast familiären Szene. "Man sieht bei den Konferenzen schon immer dieselben Leute, man kennt sich halt", sagt auch Ralf Bergmann, Betreiber der Webseite "lucasfans.de". Der Düsseldorfer Medienberater ist Anhänger der ersten Stunde und organisiert seit Jahren eigene Fan-Veranstaltungen. "Mich hat es 1978 im Alter von acht Jahren gepackt, nachdem ich meinen Vater gezwungen habe, mit mir in den ersten Film zu gehen. Seit diesem Tag ist Star Wars ein Teil meines Lebens."

Im Internet findet sich eine schier unüberschaubare Zahl an Seiten zum Thema und in fast jeder größeren deutschen Stadt trifft sich die Fangemeinde regelmäßig zu so genannten "Star-Wars-Dinners". Fragen wie "Darth Vader - Held oder Schurke?" werden an diesen Stammtischen so ernsthaft diskutiert wie andernorts der Richtungsstreit der SPD. Für den Klärungsbedarf existiert mit "Jedipedia" sogar ein spezielles Internetlexikon.

In den Foren der Fanseiten herrscht im Vorfeld der Jedi-Messe schon helle Aufregung: Eine Abordnung imperialer Sturmtruppen aus Großbritannien fragt, wie sie ihre Blaster (Waffen-Nachbildungen) bloß ins Flugzeug bekommen soll. Verstößt das Tragen von Lichtschwert-Replika gegen das neue Waffengesetz? Sind spontane "Kostümmärsche" in vollem Ornat überhaupt noch möglich? Geklärt werden muss auch ein sehr terrestrisches Problem: "Braucht es für Düsseldorf eine Feinstaubplakette?"

Konferenzteilnehmer "Mark Jedi Dermul" aus Belgien sucht für seinen Gesangsauftritt noch C3-PO’s, Chewbaccas und Darth Vaders, die zum "Cantina-Song" die Beine - beziehungsweise die Module - schwingen. Für musikalische Unterhaltung sorgen auch die "Sarlacc-Survivors", eine Show-Band aus Nürnberg, die in ihren originalgetreuen Kostümen auch "Jabba the Hutt" erfreut hätte.

Heiß diskutiert wird die aktuelle Liste von Gästen, die die Veranstalter nach Düsseldorf eingeladen haben.

Dabei handelt es sich zwar vorwiegend um Schauspieler aus der zweiten bis vierten Reihe der Star Wars-Darsteller, aber Ewan McGregor, Natalie Portman und auch Harrison Ford haben einfach keine Zeit für die Jedis in Düsseldorf.