Düsseldorf: Hunderte Schüler bei Klimademo

Demonstration : Hunderte Schüler bei Klimademo

„Fridays for Future“-Proteste finden immer mehr Anklang.

Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler nehmen jeden Freitag an den Klimademonstrationen in Düsseldorf teil. Rabea Sise (21) war von Anfang an dabei. „Ich hatte mitbekommen, dass in den Nachbarstädten schon viel los war.“ Also hat die 21-jährige Berufsschülerin kurzerhand eine Demonstration angemeldet und eine WhatsApp-Gruppe für die Organisation der Düsseldorfer „Fridays for Future“-Demos gegründet. Über den Messenger kommunizieren die Schüler untereinander und planen ihren Protest. Mittlerweile sind über 200 Klimademonstranten in der Gruppe. Das war nicht immer so: Bei der ersten Demo in Düsseldorf nahmen nur 15 Schüler teil. Das war noch ein „kleines familiäres Treffen“, erinnert sich Rabea Sise.

Die Organisation läuft längst nicht mehr rein digital. Seit drei Wochen halten die Aktivisten Vollversammlungen ab. Die sind offen für jeden und finden im Zakk statt. Jeweils nach den Demonstrationen treffen sich alle Interessierten, um die nächsten Schritte zu planen.

Die Route ist ein wichtiges Thema. Noch wird ein idealer Weg ausgetestet. Wichtig ist Sise dabei, dass möglichst viele Schulen auf der Strecke sind. In der aktuellen Route sind es vier: St. Ursula Gymnasium, St. Ursula Kolleg, Luisen Gymnasium und Görres Gymnasium. Vor den Schulen pausieren der Demonstrationzug. Dann geht ein Mikrofon rum und jeder der möchte, darf kurz Reden.

Neben Route und Mobilisierungs-Plänen wird auch über andere Dinge abgestimmt. Zum Beispiel über Gesprächsanfragen aus der Politik. Die Gruppe will sich nicht vereinnahmen lassen.

Angebote zu Diskussionen mit der CDU und Armin Laschet wurden bisher abgelehnt. Auch mit den Grünen wollen die Schüler bis jetzt nicht sprechen. Begründung: „weil [wir] uns noch nicht über den Weg unserer Bewegung zu unserem gemeinsamen Ziel im Klaren sind“, heißt es im Protokoll der Sitzung.

Einig sind sie sich aber in einem Punkt: „Wir wollen eine gerechte Umweltpolitik“, sagt Sise. Jetzt soll ein Forderungen-Katalog ausgearbeitet werden und mit der kompletten Bewegung abgesprochen werden. Man plane keinen Düsseldorfer Alleingang.

Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Auch in den Osterferien soll weiter gestreikt werden. Die erste Demo war in den Weihnachtsferien. Damals unter dem Motto „Das Klima macht keine Ferien.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung