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Düsseldorf: Hier dreht sich alles ums Glas

Messe : Innovative Ideen und Spielereien mit Durchblick

Noch bis Freitag dreht sich bei der „Glasstec“ in der Messe alles um das Material Glas.

Ein Mikrofaser-Tuch ist bei dieser Messe an den meisten Ständen zu finden. Zumindest dort, wo die Besucher die präsentierten Produkte auch ausprobieren können. Denn auf diesem Material sieht man jeden Fingerabdruck. Kurz sieht keiner hin, schon wischen schnelle Hände über die Oberflächen. In der Messe dreht sich von Dienstag bis Freitag alles ums Glas.

Die Glasstec findet in diesem Jahr zum 25. Mal statt. Sie ist nach Aussage der Veranstalter die weltweit wichtigste Veranstaltung der Glasbranche. Mehr als 1200 Aussteller aus mehr aus 50 Ländern sind hier in Düsseldorf alle zwei Jahre vertreten.

„Hier sind sie alle“, sagt auch Ulli Knaack, Architekt und selbsterklärter Glas-Nerd — also Fan. Auch die beklopptesten Ideen aus Hinterchina sind mit dabei, sagt er scherzhaft, auch wenn er bekloppt auf keinen Fall abwertend meint. Er findet: Glas ist ein richtig fieses Material. „Das sagt mir nämlich nicht: Achtung, ich gehe gleich kaputt. Man überschreitet einen Punkt und dann — Peng. Kaputt.“

Das mache es aber für ihn als Architekten und Ingenieur besonders interessant. Als Architekt, weil es erlaubt mit Licht zu spielen und Gebäude besonders aussehen zu lassen, als Ingenieur, weil es eben dieses Fiese, Spannende an sich hat.

Hier suchen Architekten und Ingenieure nach neuen Ideen

Der Stand, an dem er sich aufhält und auskennt, hat ein bisschen was von einem Angeber-Stand. Unter der Überschrift „Glass Technology Live“ hängt dort beispielsweise ein 1,3 Tonnen schweres Auto kopfüber von der Decke und soll zeigen, was Dünnglas —- also das, das unsere Smartphone-Displays schützt, nicht das Doppelte aus den Fenstern —- so alles kann. In der Mitte des Standes steht zudem eine zehn Meter lange Glaswippe, daneben unterschiedlich gebogene oder gefräste Scheiben.

„Krumm ist in“, sagt Knaack. Die Messe sein ein Tummelbecken von Ingenieuren und Architekten, die hier nach neuen Ideen und Einsatzmöglichkeiten suchten.

Denn nicht nur bei „Glass Technology Live“ wird allerlei Neues und Innovatives präsentiert. In der Halle nebenan zum Beispiel werden Scheiben präsentiert, die sich selbst durch elektrostatische Aufladung verdunkeln können —- eine Jalousie ist hier nicht mehr notwendig. Auch Glas, das Geräusche oder Temperatur isoliert wird hier gezeigt. Die Prämisse dabei meist: Je dünner desto besser. Das zeigt sich zum Beispiel beim neuen Vakuum-Glas, das nicht etwa Gas zwischen den beiden Scheiben hat, wie gewöhnliche Gläser, sondern nichts. Vakuum eben. So können die Scheiben dünner werden; bislang werden sie bereits für Kühl- und Gefrierschränke eingesetzt.

Auch nebenan gibt es Anwendungen für Glas, die trotz Fachmesse  auch für den Normalverbraucher interessant sein könnten. Ein Spiegel zum Beispiel, der einen beim täglichen Fitnesstraining unterstützt. In der Spiegelung sieht man sich zwar vor allem selbst, bei Aktivierung werden aber auch Trainings-Übungen angezeigt und die Bewegungen auch kontrolliert — ein krummes Knie bei der Kniebeuge, schon leuchtet dort ein roter Punkt auf und erinnert an eine bessere Haltung. Die Spiegel sind bereits in manchen Fitnessstudios im Einsatz.