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Düsseldorf: Fühlich-Unternehmerin Sarah Vonhoegen fand ihren Glücksort

Stadtgespräch : Naturkosmetik statt  Juristen-Karriere

Die Juristin hat ihren alten Job an den Nagel gehängt und ein Naturkosmetik-Unternehmen gegründet.

Ihre Karriere verlief perfekt, eigentlich alles wie geplant: Nach dem Jura-Studium im Turbogang arbeitete Sarah Vonhoegen als Juristin für Steuerrecht unter anderem bei führenden Beratungsgesellschaften wie Ernst & Young und Deloitte. Doch irgendwie spukte in ihrem Kopf immer die fixe Idee von einer eigenen Naturkosmetik-Linie herum.

Ihre eigenen Hautprobleme waren dabei der Treiber. Denn vor rund zehn Jahren geriet ihre Haut aus dem Gleichgewicht und spielte verrückt, wie sie sagt. „Ich hatte die sogenannte Stewardessen-Krankheit – zu viel Feuchtigkeit durch Überpflegung und ein Zuviel an falschen Inhaltsstoffen“, erklärt die Wahl-Düsseldorfin, die in Aachen geboren wurde.

Inzwischen hat Sarah Vonhoegen den Berater-Job an den Nagel gehängt, ihren Traum von einer eigenen Firma mit eigenen finanziellen Mitteln verwirklicht und die Fühlich Naturkosmetik mit Sitz im Hafen gegründet.

In ihrer Freizeit und bei ihren täglichen, langen Spaziergängen hat die 32-Jährige meist Emil an ihrer Seite – „eine wilde Labrador-Beagle-Mischung“. Allerdings muss sie ein wenig findig sein, denn Gassigehen im Hafen „ist so eine Sache“. Das sei leider nicht ganz so glücklich, da es da nicht so viele Wiesen gebe – ganz anders als in Düsseltal, wo sie wohnt. „Wenn ich mehr Zeit habe, dann gehe ich mit Emil in Richtung Golfanlage beziehungsweise Paradiesstrand. das ist eine wunderbare Auszeit.“

Den Medienhafen schätzt die Unternehmerin sehr. „Und zwar einfach alles.“ In dem Moment, in dem sie aus dem Tunnel fahre, sei sie in einem „anderen Düsseldorf“. Die Atmosphäre sei so kreativ, inspirierend und modern. „Der Schlag Mensch, der hier herumläuft, ist so offen, dynamisch und hat einfach richtig Lust, was zu bewegen. Der Medienhafen ist meine Perle am Rhein, tolle Architektur, coole Firmen, nette Menschen.“ Und dann erwähnt Sarah Vonhoegen das Wort „Happy Place“ — also: glücklicher Ort. „Man ist einfach gerne dort, das ist der Medienhafen für mich.“ Deshalb muss die Mittagspause sein, auch für die dynamische Unternehmerin: „Am liebsten mache ich einen Sparziergang und sitze mit einem Kaffee an der Brücke im Medienhafen. Dabei staune ich jedes Mal, wie schön wir es doch in Düsseldorf haben und wie toll dieses Fleckchen doch gelungen ist.

Warum eigentlich „Fühlich“? Das klinge verheißungsvoll: Darin stecken „fühlen“ und „natürlich“ und „ich“ – eben alles, was der Haut gut tut. Gut war auch, dass sie den Mut hatte, neue Wege zu gehen. Nachdem ihre Hautärzte mit ihrem Latein am Ende waren, „setzte ich mich eben selbst mit dem Thema Hautgesundheit auseinander und forschte. Ich recherchierte sämtliche Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten, hinterfragte gängige Prozesse, lernte und experimentierte.“ Das solle auch ein Leben lang so bleiben, wünscht sie sich.

Ihre Geschäftspartner sitzen in der Region rund um Düsseldorf und besuchen sie regelmäßig im Hafen. Am Niederrhein in Kalkar sitzt ein Chemiker, gemeinsam mit dem Wissenschaftler steht auch Vonhoegen im Labor und experimentiert herum. Aus Wuppertal kommen die weißen Glasflaschen für die Produkte. Und bald soll es auch eine Männer-Linie geben.