Ein Projekt der Komischen Oper am Rhein Düsseldorfer Fortuna-Fans drehen Opern-Film

Düsseldorf · Fußballer und Opernsänger können etwas Schweres leicht aussehen lassen, sagt Elsa Garcia Terraga und hat dazu ein Video gemacht. Das soll zur Euro 2024 gezeigt werden.

Elsa Garcia Tarraga, Michael Terada und Ruediger Fabry (v.l.) beim Dreh für „Ich bin Opern-Fan, ich bin Fußball-Fan“.

Elsa Garcia Tarraga, Michael Terada und Ruediger Fabry (v.l.) beim Dreh für „Ich bin Opern-Fan, ich bin Fußball-Fan“.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Trotz Ruhetags jubelten diese Woche in der Altstadt-Kneipe Retematäng Fußball-Fans lauthals vor dem Bildschirm. Dabei lief nicht mal ein Spiel des rot-weißen Kult-Vereins Fortuna, sondern Ausschnitte aus der 2013er-Aufstiegspartie zur englischen Premier League zwischen Watford und Leicester. Und auch die war nur kurz zu sehen, denn vermeintliche technische Störumgen blendeten plötzlich die Figaro-Arie aus der Oper „Der Barbier von Sevilla“ ein, gesungen von Tenor Michael Terada. Die Fußball-Fans waren nur kurz verdutzt – und jubelten dann einfach weiter.

Das ist die Geschichte des 90-Sekunden-Videos „Ich bin Fußballfan, ich bin Opernfan“, das die Komische Oper am Rhein (KOR) und der Fortuna mit finanzieller Unterstützung aus der Projektförderung für Kulturveranstaltungen im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2024 in der Retematäng realisierten.

„Oper und Fußball haben erstaunlich viele Gemeinsamkeiten. Es geht um Leidenschaft, um Passion, um große Gefühle und sowohl beim Fußball als auch in der Oper wird im Chor gesungen“, erläutert Elsa Garcia Tarraga. „Ich möchte die Oper näher an die Menschen bringen und zeigen, dass sie nicht nur etwas für elitäre, geschlossene Häuser ist.“

Der Impuls, Fußball und melodiöse Stimmgewalt zusammenzuführen, kam in der Corona-Zeit von Tarragas Bruder. Damals hatte die KOR einen 45-minütigen Opern-Film gedreht, frei nach dem Motto „wenn das Publikum nicht zur Oper kommen kann, muss die Oper zum Publikum“. Sie hätte aber eigentlich gern mehr Menschen in dem Film gehabt, sagt Tarraga, und als sie darüber mit ihrem Bruder sprach, hat der geantwortet: „Wenn du mehr Menschen willst, musst du was mit Fußball machen.“ Die Keimzelle für das Video war entstanden.

„Als wir Claudia Beckers von der Fortuna angesprochen haben, war sie sofort bereit uns zu unterstützen“, freut sich die Opernsängerin. „Sie hat uns geholfen, Fortuna-Fans für den Video-Dreh zu finden, und sie hat uns mit Wilfried Woyke auch die Torwart-Legende der Fortuna besorgt.“

Als Fußball und Oper in der Retematäng aufeinandertrafen – Fußballfan und Opernsänger Terada hatte wieder die Hauptrolle übernommen – war die Neugier auf das „unbekannte Wesen“ groß. „Ich bin eigentlich kein Opernfan. Wir gehen lieber ins Klamödchen“, gestand etwa Fortuna-Fan Maria. „Aber wir haben ja zuletzt in Leverkusen und auch in Wiesbaden gemerkt, wie viel in Stadien gesungen wird. Der Video-Dreh hat viel Spaß gemacht.“ Sie ist schon gespannt, wie das fertige Video aussieht, und natürlich, wie oft und wie lange sie im Bild ist.

Die Spannung wird noch bis Juni weiter gehen, erst dann soll das Video in den sozialen Medien gezeigt werden. „Gute Fußballer und gute Opernsänger schaffen es, etwas Schweres leicht aussehen zu lassen. Das ist auch eine Gemeinsamkeit“, hat Tarraga festgestellt. Und natürlich soll der 90-Sekunden Clip auch während der Europameisterschaft in den Düsseldorfer Fanzonen gezeigt werden.

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