Nach Explosion in Düsseldorf-Flingern Brandhaus soll nicht abgerissen werden

Düsseldorf · Wie geht es weiter mit dem Gebäude in Flingern? Das Haus soll trotz der schweren Brandschäden nicht abgerissen werden. Die Sanierung könnte aber Monate, vielleicht sogar Jahre dauern.

 Bei der Explosion in Flingern sind drei Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Bei der Explosion in Flingern sind drei Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Foto: dpa/Federico Gambarini

(veke) Das Gebäude an der Ecke Grafenberger Allee und Lichtstraße soll nach dem verheerenden Brand nicht abgerissen, sondern saniert werden. Es seien zwar noch etliche Untersuchungen und Gutachten nötig, etwa zur Statik und zur chemischen Belastung. Doch ein Abriss stehe derzeit nicht im Raum, sagt Torsten Michler von der Hausverwaltung Diergarten.

Schließlich hänge das Brandhaus mit der Nummer 271 mit dem unbeschädigten Haus der Nummer 269 zusammen, sie bilden eine Eigentümergemeinschaft. Diese müsste über alle kommenden Schritte entscheiden. Ziel sei es, das Gebäude von den schweren Brandschäden zu befreien und die mehr als 20 Wohnungen zu sanieren, um sie wieder bewohnbar zu machen. Bis es soweit ist, werden aber noch Monate, vielleicht sogar Jahre vergehen. Die Schäden seien immens, sagt der Hausverwalter. „Es ist ganz schlimm“, so Michels. „So einen Fall hatten wir noch nicht.“ Besonders schwer habe es den Kiosk im Erdgeschoss – von dort gingen Explosion und das Feuer aus – und die darüberliegenden Wohnungen auf der rechten Seite getroffen. Die Scheiben sind geplatzt, der Kiosk ist völlig ausgebrannt, sogar eine Wand zum Treppenhaus ist eingestürzt. Der Schaden reicht bis in die obersten Etagen, die mit Ruß belastet sind, sagt Michels. Laut Feuerwehr ist das Haus derzeit unbewohnbar, aber nicht einsturzgefährdet. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Mordes und Brandstiftung. Ein Verdacht: Der Kioskbetreiber könnte das Feuer selbst gelegt haben, auf dem Boden wurde offenbar Benzin verschüttet. Die Ermittler prüfen, ob psychische Probleme und ein gekündigter Mietvertrag mögliche Beweggründe gewesen sein könnten. Nach Medien-Informationen sollen Streitigkeiten zwischen Kioskbetreiber und Vermieterin in einer Kündigung gemündet sein. Das Verhalten des 48-Jährigen hatte offenbar immer wieder zu Auseinandersetzungen geführt, unter anderem ging es dabei um einen Parkplatz vor dem Haus. Auch andere Bewohner sollen dem Mann gegenüber „verbittert“ gewesen sein, heißt es. Der 48-jährige Kioskbetreiber starb bei der Explosion in der Nacht zu Donnerstag. Zwei weitere Männer, 18 und 55 Jahre alt, starben an Rauchvergiftungen. 16 Hausbewohner wurden verletzt, eine Frau schwebt noch in Lebensgefahr.

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