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Düsseldorf: Erste Umweltspuren bleiben bis September

Verkehr : Erste Umweltspuren bleiben bis September

Die beiden ersten Umweltspuren an der Merowinger- und an der Prinz-Georg-Straße bleiben länger bestehen, nämlich zunächst bis zum 16. September.

Das teilt Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke in einer Vorlage für den Verkehrsausschuss am 27. Mai mit.

Ursprünglich sollte der Testbetrieb dieser Umweltspuren nach einem Jahr enden, das wäre schon im April gewesen. Bei der ersten Evaluierung im November hätten sich durchaus positive Zwischenergebnisse bei der Luftqualität sowie der Verkehrsgeschwindigkeit und -sicherheit ergeben. Aufs ganze Jahr betrachtet könnten jedoch Sondereinflüsse die Ergebnisse zum Zeitpunkt April zu sehr verzerren, deshalb lägen erst Mitte September valide Daten vor, die einen Vergleich mit der normalen Verkehrslage vor der Corona-Pandemie ermöglichten.

Tatsächlich hatte die Stadt alle drei Umweltspuren Mitte März zwischenzeitlich außer Kraft gesetzt, weil man wegen des Virus’ die Düsseldorfer und Pendler nicht in Busse und Bahnen drängen wollte. In dieser Ausnahmesituation galt die Devise: Dann lieber alleine im eigenen Auto fahren.

Seit zwei Wochen aber gelten die Umweltspuren wieder, heißt:  Nur Linienbusse, Taxen, E-Autos und Fahrräder dürfen sie befahren, nicht aber Autos mit drei oder mehr Insassen.  Dies untersagt die neue Straßenverkehrsordnung des Bundes – sehr zum Unverständnis von OB Thomas Geisel. Weil aber der Verkehr erwartungsgemäß auch bis zu den Sommerferien (und dann während der Ferien) noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreichen wird, sollen auch noch  Verkehrszählungen nach den Ferien in die Erhebung einfließen.

CDU-Verkehrsexperte Andreas Hartnigk nennt das Vorgehen der Verwaltung „undemokratisch“, da sie sich hier über einen politischen Beschluss hinwegsetze: „Allenfalls rechtfertigen ließe sich eine Verlängerung des Testbetriebs um sieben Wochen, weil die Spuren so lange suspendiert waren. Aber warum bis 16. September?“ Im übrigen bleibe die Umweltspur Merowinger Straße kontraproduktiv, weil sie zu Rückstaus auf der Münchener Straße führe.