Straßenumbenennung in Düsseldorf Verwaltung schlägt Ersatz für die Bernd-und-Hilla-Becher-Straße vor

Düsseldorf · Der kleine Straßenabschnitt ist nicht prominent genug für einen „großen“ Namen. Deshalb wird nun eine pragmatische Lösung umgesetzt.

(hal) Mehrere Jahre hat sich die Politik und die Stadt mit der Umbenennung von belasteten Straßennamen befasst. In der jüngsten Ratssitzung wurde dann die Umbenennung von zehn und die Umwidmung einer Straße beschlossen. Allerdings zog die Verwaltung kurz vor Beginn der Ratssitzung überraschend den Namensvorschlag für die Heinz-Ingenstau-Straße zurück. Die kurze Straße an der Messe sollte eigentlich künftig Bernd-und-Hilla-Becher-Straße heißen sollen. Offiziell heißt es von der Stadt, dass man noch in der Abstimmung mit dem Sohn der Begründer der Düsseldorfer Photoschule sei. Ihm soll der Platz nicht prominent genug sein.

Eine Einschätzung, die auch Guido Pukropski, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Kaiserswerth gut nachvollziehen kann. „Die Heinz-Ingenstau-Straße ist ja nur ein kleiner Fortsatz der Beckbuschstraße. Deshalb werden wir bei anderen Namensvorschläge das selbe Problem wie bei den Bechers haben.“ So waren etwa Naturschützerin Hannelore „Loki“ Schmidt, die Ehefrau des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt, und die deutsch-jüdische Schriftstellerin Hilde Domin, deren Eltern aus Düsseldorf stammten, ursprünglich auch noch als Namensgeberinnen vorgeschlagen worden.

Aus diesem Grund wurde von der Verwaltung empfohlen, die Heinz-Ingenstau-Straße in Beckbuschstraße umzubenennen. Das hatte sich auch bei der Öffentlichkeitsbeteiligung der einzige Anwohner der Heinz-Ingenstau-Straße gewünscht, der dort in einer Dienstwohnung lebt, da er unter Beckbuschstraße einfacher auffindbar sei als unter einem neuen Namen. Die Bezirksvertretung 5 folgte jetzt der Empfehlung der Verwaltung. Abschließend muss nun der Stadtrat die neue Bezeichnung noch beschließen.

Damit würde der kurze Straßenabschnitt bereits zum zweiten Mal umbenannt werden, denn vor 20 Jahren hieß er noch Europaplatz. Der Platz erhielt 2004 eine neue Bezeichnung, um damit Heinz Ingenstau (1910-1971) zu würdigen, der sich als Stadtdirektor unter anderem um die Ansiedlung der Messe verdient gemacht hatte. Wegen seiner Arbeit in nationalsozialistischen Organisationen – er arbeitete unter anderem als Jurist beim Gau-Ehrengericht und Gauschatzamt – und seiner Anwartschaft für die Mitgliedschaft in der SA soll sein Name aber nicht länger im Stadtbild gewürdigt werden.

Beckbusch ist dagegen in dieser Hinsicht völlig unproblematisch. Es war der Name für ein kleines Wäldchen, das sich im Eigentum des Stiftes Kaiserswerth befand.  Wie das häufig in alten Ortschaften der Fall ist, orientieren sich die Straßennamen größtenteils an der Umgebung. Bäume, Gebäude oder besondere Landschaftsformationen wurden einbezogen.

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