Düsseldorf: Eine Messe für (fast) alles, was Kiffers Herz begehrt 

Hanfmesse : Eine Messe für (fast) alles, was Kiffers Herz begehrt

Bei der „Cannafair“ wurden viele Produkte rund um Cannabis angeboten. Das berauschende THC war nicht dabei.

Das Geschäft mit Cannabis boomt. Weltweit werden allein mit dem legalen Anbau und Vertrieb rund 180 Milliarden US-Dollar jährlich umgesetzt. Hierzulande hinkt man dem Markt noch hinterher. Erst 2020 darf auch in Deutschland Hanf angebaut werden. Sonnige Aussichten also für unterschiedlichste Branchen rund um Cannabis. Entsprechend hoch auch das Interesse an der ersten Hanfmesse in Düsseldorf an Wochenende. 10 000 Besucher hatte der „Cannafair“-Veranstalter erwartet und bereits am Freitagnachmittag wurde es voll in der Mitsubishi-Electric-Halle.

Über 100 Aussteller boten fast alles, was des Kiffers Herz begehrt, bis auf den begehrten Stoff selbst. Denn der berauschende Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) fällt hierzulande unters Betäubungsmittelgesetz.

Neben den üblichen Utensilien, wie Pfeifen (z. B. aus Glas, damit sie geschmacksneutral bleiben und besser zu reinigen sind), Blättchen und Filter, lag ein Schwerpunkt der Messe auf „Growing“, also dem Anbau von Cannabis. Vom richtigen Dünger-Starter-Set bis hin zur optimalen Beleuchtung und Belüftung, blieb kaum eine Frage rund um die Anzucht der Pflanzen offen.

„Hanf liebt es hell und warm“, erklärt Thomas Brändle, Geschäftsführer von „Growking“, einem Anbieter für LED-Technik. Für die optimale Belüftung sorgt ein ausgeklügeltes Zeltsystem, damit die Pflanzen auch in der Wohnung gut gedeihen können. „Es sind die weiblichen Pflanzen, deren Blüten verarbeitet werden“, sagt er. Ein paar Meter weiter bietet ein holländisches Unternehmen eine hochtechnisierte Ölpresse an. Überhaupt dominieren Aussteller aus den Niederlanden, Kanada und den USA das Messeangebot. Schließlich ist dort Cannabis schon lange legalisiert.

Hanf ist auch ein Rohstoff, aus dem Bekleidung und Accessoires verarbeitet werden. Das Düsseldorfer Unternehmen „Hempro International“ hat sich auf den Groß- und Einzelhandel mit Hanfartikeln spezialisiert. „Der Markt wächst kontinuierlich“, bilanziert Geschäftsführerin Simone van Dornick zufrieden. Die Produktpalette werde mit jedem Jahr größer. „Wir haben auch Hanf-Kosmetika und Hanf-Schokolade im Sortiment“, zählt sie auf und verrät: „Die großen Lebensmittelunternehmen entdecken Hanf inzwischen auch als gute Einnahmequelle. Wir haben beispielsweise für Sondereditionen von Ritter Sport Schokolade und dem Pick up von Bahlsen Hanfsamen geliefert.“

Auch in Kaffee und Tees oder als Zutat für Salatdressings wird Hanf immer beliebter. „Das aus den Samen gewonnene Öl hat einen leicht nussigen Geschmack und gibt Salaten eine besondere Note“, weiß Laia, die in Berlin ein Start up mit Protein-Hanf gegründet hat und gleich noch einen Rezepttipp hat: „Eine Scheibe Brot mit Hanföl bestreichen, Avocado und Tomate drauf verteilen, mit Pfeffer und Salz abschmecken. Lecker!“

Apropos lecker. Auch für Vierbeiner wird Hanföl als Futterzusatz gerade entdeckt. Anette Mennerich hat mit CBD-haltigen Hunde-Hanfsnacks in den Geschmacksrichtungen Lachs und Huhn vor einem halben Jahr ein Start up gegründet.

Mehr von Westdeutsche Zeitung